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Samstag, 16. Mai 2009

Remis zum Abschluss

Im letzten Spiel des 1. FC Nürnberg in der Bundesliga verabschiedete sich die Mannschaft mit einem 34:34 (15:13)-Unentschieden von ihren Fans konnte sich zumindest offiziell die Teilnahme an den Platzierungsspielen um Rang fünf gegen Frisch Auf Göppingen sichern. Ob das Recht darauf wahrgenommen wird, wovon allerdings nicht auszugehen ist, entscheidet nun der Insolvenzverwalter in den nächsten Tagen. Die Schwaben bevorzugen wohl allerdings die Variante der frühzeitigen Sommerpause. In jedem Falle war es eine komische Atmosphäre, die über dem Spiel lag. Ohne das verletzte Quartett Katrin Engel, Christina Rohde, Beate Scheffknecht und Christina Stockhorst konnte man den als kampfstark bekannten Gästen aus dem Lipperland erfolgreich Paroli bieten und so entwickelte sich eine interessante Begegnung, in der die Führung häufig wechselte. Die gut aufgelegte Jana Krause im Nürnberger Kasten konnte dabei mir ihren Paraden dafür sorgen, dass es mit einem knappen Vorsprung in die Pause ging.

In der zweiten Halbzeit begann dann Marianna Gubova zwischen den Pfosten des FCN, in den letzten zehn Minuten durfte auch Sabine Stockhorst ran. Sie erzielte zuvor sogar aus dem Feld einen Treffer, wie auch Lisa Gebhard und Tanja Schorradt. Alleine die Auflistung der Torschützinnen zeigt, dass Trainer Csaba Szücs in der letzten Begegnung jeder Spielerin die Gelegenheit gab, sich nochmals auszuzeichnen. Dabei kam es allerdings kaum zu einen Leistungsabfall und so gelang es dem Club weiterhin eine sehr gute Figur abzugeben. Franziska Beck und Sara Walzik ließen dabei mit einigen Trickwürfen und Traumtoren ihre Klasse aufblitzen und verzückten das begeisterte Publikum zum Abschied. Ein mit dem Schlusspfiff durch Kateryna Valyushek verwandelter Siebenmeter sorgte für den Endstand.

Nach der Partie flossen dann die Tränen in Strömen. Die Erfolge der Vergangenheit mit drei Meisterschaften, zwei Pokalsiegen und einem Europapokalsieg haben in Nürnberg sowie in Handballdeutschland Geschichte geschrieben. Die Spielerinnen haben dabei über Jahre alles gegeben. Man hätte sich gewünscht, dass alle Beteiligten immer ihre Einstellung an den Tag gelegt hätten. Nun ist das Kapitel "Handball als Spitzensport" in der Frankenmetropole gestorben. Den Akteuren auf und teilweise neben dem Feld kann man für ihre Zukunft nur alles Gute wünschen, danke für viele unvergessliche Momente!

Torschützen:

Beck (8), Wohlbold (6), Rösler (6/3), Walzik (4), Jäger (3/1), Garcia-Almendaris, Gebhard, Schorradt (je 2), Stockhorst (1) - Seiffert (12/5), Ilyes (7), Dorna (6), Neukamp (5), Krüger (2), Mißling (1), Valyushek (1/1)

Siebenmeter: 4/5 - 6/7

Zeitstrafen: 5 - 6

Samstag, 9. Mai 2009

Trier überrascht Blomberg

Der 1. FC Nürnberg hatte an diesem Wochenende zwar spielfrei, dennoch ruhte die Liga nicht und in den beiden Relegationsgruppen kam es zu wichtigen Partien. In der Gruppe A verloren die Rhein-Main-Bienen nach dem Erfolg gegen Oldenburg (34:33) in der Vorwoche klar und deutlich mit 27:33 (12:17) bei Frisch Auf Göppingen. Somit sind die Mainfranken auf jeden Fall ausgeschieden, unabhängig vom Ausgang der Begegnung zwischen dem Pokalsieger und dem Aufsteiger am kommenden Wochenende.

In der Nürnberger Gruppe konnte sich Trier etwas überraschend mit 34:31 (15:13) in Blomberg durchsetzen. Für den Club bedeutet dieses Ergebnis, dass man sich am kommenden Samstag gegen die Lipperländerinnen eine Niederlage mit maximal einem Tor Differenz leisten dürfte, mehr aber auch nicht. Wichtig hierbei allerdings, dass man mindestens 32 Treffer erzielen muss, wenn man als Verlierer vom Platz geht. Sowohl ein Remis als auch ein Sieg würden natürlich genauso dafür sorgen, dass man noch gegen Göppingen oder Oldenburg ran müsste.

Ebenfalls heute war der HC Leipzig im Einsatz, der nur mit einem Erfolg im EHF-Pokal auch den fünften Platz in der Liga noch interessant gestalten könnte. Nach der 19:27 (8:14)-Pleite bei S.D. Itxako sieht es aber nicht nach einem Triumph der Sächsinnen aus und daher muss derzeit davon ausgegangen werden, dass selbst ein erfolgreicher Saisonabschluss in den Platzierungsspielen nicht mehr zum Einzug in den Challenge Cup ausreichen würde.

Samstag, 2. Mai 2009

FCN siegt in Trier

Mit einem nach dem Spielverlauf ziemlich souveränen Sieg hat der 1. FC Nürnberg seine Chancen auf die Teilnahme am Challenge Cup der kommenden Saison gewahrt. Beim Ex-Meister aus Trier gewann man mit 35:33 (16:15) und konnte dabei sogar teilweise an die Form vergangener Tage anknüpfen. Vor allem funktionierte zum ersten Mal in dieser Saison das Zusammenspiel zwischen dem Rückraum und Franziska Garcia-Almendaris, die mit ihrer Schnelligkeit am Kreis der Defensive des Gegners immer wieder Kopfschmerzen bereitete. Entweder sie kam selber erfolgreich zum Abschluss oder sie erkämpfte sich einen Siebenmeter. Nach einem Rückstand zu Beginn fand der FCN unter anderem dadurch schnell in die Begegnung und man merkte, dass das Fehlen von Geburtstagskind Katrin Engel und Christina Rohde den Rest des Teams nicht belastete, sondern man in Außenseiterrolle locker und befreit aufspielte, was auch auf die junge Linda Jäger zutraf. Auch der Fakt, dass sie sich nahtlos ins Spiel des Clubs einfügte, sorgte für eine knappe Führung zur Pause.

In der zweiten Halbzeit brannten die Handballerinas dann ein wahres Feuerwerk ab. Traumhafte Kombinationen und schnelle Tore im Tempogegenstoß nach vielen tollen Paraden von der bärenstarken Marianna Gubova gab es im Minutentakt zu sehen. Die mitgereisten Fans erhoben sich nach zahlreichen Bilderbuchtreffern von Franziska Beck von ihren Plätzen und spendeten stehende Ovationen. Vor gefühlten 20 Fans in der Trierer Arena setzte sich der Gast dadurch immer mehr ab und spätestens zehn Minuten vor dem Ende war beim Stande von 31:23 für die Clubberinnen alles klar, auch wenn einige unnötige Fehler und Wechsel die Sache noch spannender machten, als sie wirklich war. In zwei Wochen geht es dann gegen Blomberg um den Einzug ins Finale um den fünften Platz. Unabhängig vom Ausgang des Duells der Lipperländer gegen Trier zählt dann nur ein Sieg, wenn man das Ticket nach Europa doch noch buchen will.

Torschützen:

Nadgornaja, Pal (je 7), Egger (6), Arnosova, Mozgovaja (je 3), Schneider (3/3), Vallet (2), Eickhoff, Pütz (je 1) - Rösler (13/6), Beck, Garcia-Almendaris (je 6), Walzik (4), Jäger, Wohlbold (je 3)

Siebenmeter: 3/5 - 6/6

Zeitstrafen: 6 - 3

Samstag, 25. April 2009

Aufholjagd nicht belohnt

Im entscheidenden Duell im Kampf um die Playoffs haben die Handballerinas mit 26:28 (10:16) beim FHC Frankfurt/Oder verloren und die reguläre Saison auf dem sechsten Platz beendet. Der Traum vom vierten Meistertitel in fünf Jahren und der Titelverteidigung ist somit ausgeträumt. In einem Spiel, das einer Achterbahnfahrt glich, gingen die Mädels von Trainer Csaba Szücs schnell mit 2:0 in Führung, wobei der Anfangsschwung schnell verpuffte. Frankfurt hielt dagegen und gestützt auf eine bärenstarke Melanie Hermann im Kasten waren die Oderstädterinnen das Team, das den Ton angab. Der Rückraum um Torschützenkönigin Franziska Mietzner sowie Anne Jochin und Christine Beier agierte so, wie man es hatte erwarten können und drückte der Partie den Stempel auf. Kombiniert mit Hermanns Paraden und den fehlenden Ideen auf Seiten des Clubs schien die Begegnung zur Pause schon entschieden, als der FCN mit einem Rückstand von sechs Treffern in die Kabine ging.

Nach dem Seitenwechsel präsentierte sich dann ein völlig anderer Club, die Umstellung auf eine 5:1-Deckung mit Sara Walzik auf der Spitze zahlte sich aus. Frankfurt wusste plötzlich nicht mehr weiter und kam mit der energisch zupackenden Deckung der Fränkinnen nicht mehr zurecht. Hinzu kam, das Jana Krause nun endlich aufgewacht war und einen Ball nach dem anderen hielt. Das ermöglichte das so gefürchtete Tempospiel des FCN und Tor umd Tor kam man näher heran, beim 22:22 konnte man sogar den Ausgleich erzielen. Doch als der Gastgeber kurz vor dem mentalen Kollaps stand, da baute der Meister den schwächelnden Gegner durch einige Leichtsinnsfehler und zu viele Einzelaktionen wieder auf. So konnte sich die Truppe von Dietmar Schmidt wieder absetzen und einen insgesamt verdienten Erfolg feiern.

Nun geht es in einer Art Trostrunde eventuell noch um die Teilnahme am Challenge Cup der kommenden Saison. Nächste Woche Samstag tritt man in Trier an, 14 Tage danach kommt Blomberg-Lippe in die Frankenmetropole. Übersteht man diese Mini-Gruppe als Erster, dann trifft man in Hin- und Rückspiel auf den Sieger der Runde mit Oldenburg, Göppingen und den Rhein-Main-Bienen. Sollte dort der Pokalsieger warten, dann hätte man das internationale Geschäft bereits sicher, sollte der HC Leipzig den EHF-Pokal gewinnen. Ansonsten müsste auch hier ein Sieg her und gleichzeitig müsste man auf den Rivalen aus Sachsen hoffen. Nach wie vor also viele Fragezeichen beim FCN Handball, denn auch was die Zukunft des Vereins angeht stehen noch wichtige Entscheidungen an. Es bleibt also nach wie vor spannend.

Torschützen:

Mietzner (9/3), Beier, Jochin (je 5), Hering, Schneider (je 3), Groke, Paap, Trumpf (je 1) - Rösler (8/4), Beck (7), Rohde, Walzik (je 3), Engel (3/1), Wohlbold (2)

Siebenmeter: 3/3 - 5/6

Zeitstrafen: 4 - 5

Mittwoch, 22. April 2009

Leipzig zu abgezockt

Für Geburtstagskind Christina Rohde begann das Spiel gegen den HC Leipzig wie aus dem Bilderbuch, als sie schon nach 22 Sekunden das 1:0 für ihr Team markierte. Mit dem Schlusspfiff wehrte Katja Schülke ihren direkten Freiwurf sicher ab. Dieser Verlauf stand sinnbildlich für das Spiel des FCN an diesem Abend, dem gegen den Gast aus Sachsen nach tollem Start die Luft ausging. Am Ende gewann der Vizemeister beim amtierenden Champion mit 29:23 (16:13) und profitierte dabei vor allem von der körperlich schlechten Verfassung des Clubs sowie dessen Ideenlosigkeit in der Offensive. Schon seit einiger Zeit stockt das Spiel der Handballerinas gerade im Halbfeldangriff, die immer größer werdenden körperlichen Strapazen sind deutlich sichtbar und wirken sich natürlich auch auf die Leistungen der einzelnen Spielerinnen aus. Dazu kommt, dass kaum ein taktisches Konzept zu erkennen ist. Hat sich die Defensive des Gegners einmal auf die Schützlinge von Csaba Szücs eingestellt, dann funktioniert meist nicht mehr viel bei den Fränkinnen. So war es auch gegen den HCL, als man nach 15 Minuten mit 10:7 in Führung lag und es wirklich gut aussah.

Danach übernahmen die Gäste das Zepter und konnten, vor allem gestützt von der bärenstarken Schülke, die Partie drehen. Plötzlich führten die Sächsinnen mit 12:10, bis zur Halbzeit zogen sie auf 16:13 davon. Direkt nach dem Seitenwechsel war die Dominanz der Leipzigerinnen fast schon eklatant. Teilweise wie im Training spulte der HCL sein Programm herunter und erlaubte dem Club in den ersten elf Minuten nur einen Treffer. Das war natürlich viel zu wenig und so lag man teilweise mit sieben Toren im Hintertreffen. Während bei Leipzig mit Natalie Augsburg oder Ulrike Stange Spielerinnen mit Länderspielerfahrung von der Bank kamen, krochen die Leistungsträgerinnen des FCN weiter auf dem Zahnfleisch. Nur Franziska Garcia-Almendaris konnte teilweise für Entlastung sorgen, wobei ihr die fehlende Bindung noch deutlich anzumerken wer. Auch wenn man sich nochmals kurz aufbäumte und auf drei Tore verkürzen konnte, war an diesem Abend schlicht und ergreifend nicht mehr drin. Nun muss also definitiv am Samstag in Frankfurt gewonnen werden, wenn man in die Playoffs einziehen will, ein Unentschieden würde das sichere Aus im Kampf um die Titelverteidigung bedeuten.

Torschützen:

Engel (9/6), Rösler (6/2), Beck (3), Wohlbold (2), Garcia-Almendaris, Rohde, Walzik (je 1) - Kudlacz (7), Müller (5/1), Ommundsen (5/2), Erikson, Ulbricht (je 3), Augsburg, Stange (je 2), Daniels, Urne (je 1)

Siebenmeter: 8/8 - 3/4

Zeitstrafen: 2 - 2

Samstag, 28. März 2009

Arbeitssieg in Dortmund

Mit einem Arbeitssieg beim Tabellenletzten aus Dortmund haben die Handballerinas sich wieder auf den vierten Platz der Tabelle gespielt. Am Ende hieß es 28:25 (13:12) aus Sicht des FCN, der sich vor allem in der Anfangsphase relativ schwer tat gegen die nun als Absteiger feststehenden Westfälinnen. Nach 12:56 Minuten traf Willemijn Karsten zum 7:4 für den BVB und auf Seiten der Gäste musste man das Schlimmste befürchten. Die Holländerin hatte bis dahin für mächtig Wirbel gesorgt und die Defensive des Clubs immer wieder vor Probleme gestellt. Doch kurze Zeit später verletzte sie sich und konnte fortan nicht mehr mitwirken. Genau in dieser Phase kämpften sich die Fränkinnen wieder zurück in die Partie, vor allem dank Franziska Beck und Kerstin Wohlbold, für die sich immer wieder recht große Lücken auftaten. Dumm nur, dass die im Angriff stark aufspielende Wohlbold gleich zu Beginn des zweiten Durchgangs von den unglaublich neben sich stehenden Schiedsrichtern Methe/Methe vorzeitig zum Duschen geschickt wurde. Somit fehlte dem FCN in der Offensive eine wichtige Stütze.

Zum Glück führte man zu diesem Zeitpunkt bereits mit drei Treffern und Christina Rohde erhöhte in Unterzahl sogar auf 16:12. Dortmund konnte danach aber wieder verkürzen und der Treffer von Miranda Robben zum 16:17 ließ die Borussinen wieder hoffen. Doch diese Hoffnung wurde durch den Club im Keim erstickt. Drei Tore in Serie und plötzlich hieß es wieder 20:16 für den FCN. Leider wurde durch die überharte Linie der beiden Unparteiischen der Spielfluss ständig unterbrochen, weshalb es den Gästen nicht möglich war, sich weiter vom BVB abzusetzen. Nur neun Sekunden nach dem 23:18 durch einen Siebenmeter von Rohde musste die Rückraumspielerin ebenfalls mit der dritten Zeitstrafe vom Feld und der Gegner kam wieder heran. Doch auch ohne sie und Wohlbold schaffte man es den Vorsprung über die Zeit zu bringen und zwei wichtige Zähler einzufahren. Sollte Leipzig morgen nun gegen Buxtehude punkten, stünde man zwei Spieltage vor Ende der regulären Saison auf Rang vier und hätte gute Aussichten auf die Playoffs, die man in jedem Fall noch aus eigener Kraft erreichen kann.

Torschützen:

Robben (10/6), Köhler (5), Karsten (3/1), Cocx, Fiedel, Paulus (je 2), Kunze (1) - Beck, Wohlbold (je 6), Engel (6/3), Rohde (4/1), Rösler (4/2), Walzik (2)

Siebenmeter: 7/9 - 6/9

Zeitstrafen: 6 - 10

Samstag, 21. März 2009

Bienen blamieren FCN

Hätte man vor der Partie einen Sieg der Gäste aus Mainfranken vorhergesagt, viele Experten hätten mit dem Kopf geschüttelt. Nach dem Spiel musste man jedoch anerkennen, dass der überraschende Erfolg der Rhein-Main-Bienen, die somit zum ersten Mal überhaupt den FCN bezwingen konnten, absolut verdient war. Der amtierende Meister verlor nach einer vor allem in der Defensive induskutablen Leistung mit 33:35 (16:21) gegen den Abstiegskandidaten, der somit einen großen Schritt in Richtung Klassenerhalt machte. Für den Club hingegen bedeutet die Pleite einen herben Rückschlag im Kampf um die Playoffs, zumal die Konkurrenz in den letzten Wochen nicht gerade mit Beständigkeit glänzte. Dabei begann die Partie verheißungsvoll, denn schnell führte man mit 2:0. Doch davon ließ sich der routinierte Gast, in dessen erster Sieben mit Katja Langkeit nur eine Deutsche stand, nicht beeindrucken. Schnell drehten die Bienen den Spieß um und gingen ihrerseits mit 3:2 in Front. Danach verlief die Begegnung relativ ausgeglichen, doch schon früh war zu erkennen, dass die Abwehr der Hausherrinnen an diesem Abend eher einem Schweizer Käse nahe kam, als der Bank von England. Immer wieder taten sich große Lücken auf, doch anstatt von der zu defensiven 6:0-Variante nach der ersten Auszeit bei 10:12-Rückstand sofort auf eine 5:1-Defensive umzustellen, agierten der FCN weiterhin nicht aggressiv genug und gerade im Zentrum der Abwehr kamen die Gäste viel zu oft zu leichten Toren. Folgerichtig setzten sich die Bienen immer mehr ab und die Zuschauer in der gut besuchten Halle am Berliner Platz trauten ihren Augen kaum, als es beim Stande von 16:21 in die Halbzeit ging.

Zu Beginn des zweiten Durchgangs startete man dann eine famose Aufholjagd, die allerdings begünstigt war von drei Strafzeiten gegen die Gäste innerhalb weniger Minuten. Auch bei doppelter Überzahl tat man sich beim Club zunächst schwer, ehe man zum Torerfolg kam. Zahlreiche Pässe über wenige Meter wurden ebenfalls nicht gefangen, was besonders auffällig war. Es schien, als wäre die Mannschaft teilweise wie gelähmt. Die Möglichkeit den Schwung weiter zu nutzen und sich absetzen ließ man verpuffen, dazu kamen direkt aufeinander folgende Zeistrafen gegen Kerstin Wohlbold und Christina Rohde. So blieben die Bienen weiter im Spiel und trotz einer 28:27-Führung vermochte es der Meister nicht, die beiden so wichtigen Punkte in Nürnberg zu behalten. In der entscheidenden Phase mangelte es den Fränkinnen an Kreativität und Cleverness, teilweise auch über die komplette Spielzeit an der passenden Einstellung. Die brachten die Bienen auf jeden Fall mit und freuten sich am Ende verdientermaßen über ihren Erfolg, den die junge Torhüterin Isabell Roch mit einigen Paraden in der Schlussphase sicherte. Mit Hinblick auf die Playoffs gilt es für den FCN nun einen Sieg in Dortmund einzufahren. Der BVB brillierte zuletzt trotz des Ausfalls einiger Stammspielerinnen mit einem Sieg in Leipzig, zuvor konnte man zuhause auch Frankfurt bezwingen. Es wartet also wahrlich keine leichte Aufgabe.

Torschützen:

Rösler (12/5), Engel (7/2), Beck (6), Wohlbold (3), Rohde, Walzik (je 2), Garcia-Almendaris (1) - Latakaite (8), Tichonowitsch (6/5), Jakubisova (1), Halasova, Langkeit, Zukauskaite (je 4), Stellbrink (3), Schmitt (1)

Siebenmeter: 7/7 - 6/9

Zeitstrafen: 4 - 4

Mittwoch, 11. März 2009

Leverkusen gewinnt Spitzenspiel

Im Spiel des Tabellenführers aus Leverkusen gegen den Zweiten aus Nürnberg verlor der Meister beim Dauerrivalen vom Rhein mit 22:25 (10:11) und fiel somit wieder auf den dritten Rang zurück. Es war keine schöne Partie, die den Zuschauern geboten wurde, kämpferisch allerdings befand sie sich auf höchstem Niveau. Nachdem die Mädels von Trainer Csaba Szücs die Anfangsphase verschlafen hatten und Bayer schnell mit 5:2 in Führung ging, fiel es den Gästen schwer dran zu bleiben. Die Truppe von Renate Wolf gab den Ton an, gerade Spielmachering Anna Loerper war auf Seiten des Spitzenreiters eben genau diese, sie lenkte das Spiel ihres Teams hervorragend und kam zudem auch noch selbst oft zum Abschluss. Daraus resultierte ein 8:12-Rückstand nach gut 20 Minuten aus Sicht der Clubberinnen. Danach stand zumindest die Defensive des Champions deutlich besser und man kassierte in den letzten zehn Minuten vor der Pause keinen Treffer mehr, da Marianna Gubova, die für Jana Krause ins Spiel gekommen war, ein sicherer Rückhalt für ihre Mannschaft war. Vorne ließ man zwar weiterhin viele Chancen ungenutzt, konnte aber noch zwei Tore erzielen und ging mit einem 10:12 in die Halbzeit.

Mit viel Schwung und zunächst wie verwandelt kamen die FCN-Handballerinas aus der Kabine. Schnell schaffte man den Ausgleich und beim 15:14 durch Christina Rohde ging der Club erstmals in Führung. Es sollte aber die einzige an diesem Abend bleiben. Das lag vor allem an den eigenen Nerven bzw. Leverkusens Torhüterin Clara Woltering, die insgesamt fünf Siebenmeter der Fränkinnen parieren konnte. Alleine drei davon verwarf Ania Rösler, die weder im Angriff, noch in der Abwehr ihr wahres Leistungsvermögen abrufen konnte. Da auch Rohde in der Offensive nicht ins Spiel kam waren es hauptsächlich Wirbelwind Franziska Beck, Sara Walzik und Kerstin Wohlbold, die die Akzente setzten. Gerade Beck kämpfte hier vorbildlich, doch Bayer trat geschlossener auf als der Club, hielt gekonnt dagegen und als Beck und Wohlbold kurz vor Schluss von den guten Schiedsrichtern vom Feld geschickt wurden, da machten die Gastgeberinnen den Sack endgültig zu. Ein Rückschlag im Kampf um die Playoffs, für die man in zehn Tagen gegen die Rhein-Main Bienen nun unbedingt wieder punkten muss.

Torschützen:

Loerper (13/8), Steinbach (4), Müller (3), Ahlgrimm, Byl, Bönighausen, Fillgert, Meier (je 1) - Beck (6), Walzik, Wohlbold (je 5), Engel (4/2), Rösler, Rohde (je 1)

Siebenmeter: 8/8 - 2/7

Zeitstrafen: 6 - 4

Samstag, 21. Februar 2009

Engel behält die Nerven

Was war das wieder für ein Drama in der Halle am Berliner Platz! Bei der Partie des FCN Handball gegen den Tabellenvorletzten Thüringer HC wurde, wie schon gegen Buxtehude vor wenigen Wochen, Spannung pur geboten. Katrin Engel, die in der Abwehr einen rabenschwarzen Tag erwischte, zeigte sich zumindest von der 7-Meter-Linie aus nervenstark und verwandelte neun Sekunden vor Schluss auch ihren vierten Strafwurf zum vielumjubelten Endstand von 29:28 (17:13). Durch den Erfolg verteidigte man den dritten Platz und ist nun sogar punktgleich mit dem Zweiten aus Leipzig, der allerdings eine Begegnung weniger absolviert hat. Die Chancen auf die Play-Offs stehen also gut, berauschend war die Leistung an diesem Abend in der BBZ aber nicht, es war definitiv ein Arbeitssieg. Dabei begannen die Mädels von Trainer Csaba Szücs relativ stark und konnten nach ausgeglichenem Beginn durch den dritten Treffer von Kerstin Wohlbold zum 10:6 Mitte der ersten Halbzeit erstmals mit vier Treffern in Führung gehen. Die folgende Auszeit des THC trug zwar nicht sofort Früchte, doch die Gäste fanden langsam aber sicher wieder zurück ins Spiel und konnten den Rückstand so in Grenzen halten.

In der zweiten Hälfte präsentierte sich die Truppe von Dago Leukefeld dann von einer ganz anderen Seite. Viel aggressiver ging man nun beim abstiegsbedrohten Club aus Erfurt zu Werke und so hatte vor allem Sara Walzik am Kreis viel weniger Räume als zuvor. Auf ihrer nicht angestammten Position hatte sie in Durchgang eins noch besonders glänzen können. Dennoch sollte sie zur besten Torschützin an diesem Abend avancieren. Aber auch Nadine Härdter, die andere Linksaußen aus der Nationalmannschaft, bot eine fantastische Leistung. Sie hielt ihr Team mit tollen Toren weiterhin im Spiel und auf Seiten des Clubs begann so langsam aber sicher das Zittern. Im Halbfeldangriff waren in der Schlussphase, wie schon in Blomberg, deutliche Defizite zu erkennen, wobei es am Kampfgeist nie mangelte. So gewann man die entscheidenden Zweikämpfe, wobei die letzte Offensivaktion eher ein Sinnbild der spielerischen Klasse aus den Anfangsminuten war. Ein feiner Spielzug zwang die Gäste zu einem strafwurfwürdigen Foul, Engel verwandelte eiskalt. Trotz der Niederlage zeigten die Gäste, und auch deren mitgereiste Fans, dass es am Mittwoch auswärts gegen den gleichen Gegner alles andere als ein Spaziergang wird, wenn man ins Final Four des DHB-Pokals einziehen möchte.

Torschützen: Walzik (7), Wohlbold (5), Engel (5/4), Rösler (4/1), Beck, Rohde (je 3), Schorradt (2) - Knytlova (8/5), Härdter (7), Uhlig (4), Bohm, Jurack (je 3), Dangel (2/1), Fabikova (1)

Siebenmeter: 5/6 - 6/8

Zeitstrafen: 3 - 2

Samstag, 7. Februar 2009

Unnötiges Remis in Blomberg

In einer sehr hart umkämpften Begegnung verspielten die Handballdamen des FCN bei ProVital Blomberg-Lippe unnötig einen zweiten Zähler. Am Ende teilten sich beide Teams beim 19:19 (10:11) die Punkte. Das Unentschieden sicherte sich der Meister aber erst mit dem Schlusspfiff, als man einen direkten Freiwurf der Gastgeberinnen blocken konnte. Allerdings hatte man nur kurz zuvor die große Chance auf den Sieg vergeben. Bei einem Ballgewinn in der Defensive war Sara Walzik auf die Reise geschickt worden, hatte es aber mit zwei Gegenspielerinnen zu tun. Sie entschied sich daher für einen Pass auf Kerstin Wohlbold, die weiter auf die freie Christina Rohde spielte. Der Ball landete aber leicht im Rücken der Nationalspielerin und somit mussten die mitgereisten Fans noch zittern, ob es überhaupt zum Remis reichen würde. Eine Szene, die den Spielverlauf sehr gut widerspiegelte. In der Sporthalle an der Ulmenallee, gelegen im Niemandsland zwischen Paderborn und Hannover, konnten die Blomberger sich nämlich zu Beginn nur im Spiel halten, weil der Club mehrere klare Torchancen ausließ. Dabei glänzte vor allem Torhüterin Natalie Hagel, die einen absoluten Sahnetag erwischte. Alleine ihr war es zu verdanken, dass die Lipperländerinnen nicht mit einem Rückstand von fünf bis sechs Treffern in die Kabine gingen.

Auch in Halbzeit zwei änderte sich daran wenig, Hagel war weiterhin die beste Akteurin auf dem Feld, wobei ihr Gegenüber Jana Krause unter anderem drei Siebenmeter abwehren konnte und eine solide bis gute Leistung bot. Die Defensive brillierte also auf beiden Seiten, was auch das Ergebnis erklärt. Doch wie bereits erwähnt waren es die Gäste, die einen Sieg leichtfertig aus der Hand gaben, als sie Mitte der zweiten Hälfte mit zwei Toren führten und in Ballbesitz waren. Doch aus einem 3-Tore-Vorsprung, der die Partie wohl vorentschieden hätte, wurde nichts. Blomberg stellte im Tempogegenstoß den Anschluss her und fortan dominierte ProVital. Im Halbfeldspiel hatten die Fränkinnen nämlich große Probleme. Der Rückraum war eigentlich ein Totalausfall und man konnte kaum Druck auf die Abwehr des Gegners ausüben, der sich kurz vor dem Ende schon als Sieger wähnte. 19:17 hieß es nämlich, ehe Csaba Szücs eine Auszeit nahm und die Deckung deutlich offensiver ausrichtete. Das provozierte die nötigen Fehler bei Blomberg und Wohlbold war es vorbehalten den Ausgleich zu erzielen.

Aber nicht nur beim unglücklich vorgetragenen Angriff kurz vor Schluss wäre mehr drin gewesen, auch als noch gut 90 Sekunden zu spielen waren hätte man den Siegtreffer erzielen können. Doch anstatt auf ein Tor hinzuarbeiten besprach man aus Sicht der Schiedsrichter deutlich zu lange, welcher Spielzug zum Erfolg führen sollte. Durch das angezeigte Zeitspiel musste man aus einer wenig aussichtsreichen Situation abschließen und verschenkte so einen weiteren Zähler unnötig. Der Ärger hielt sich allerdings in Grenzen, als man von der Frankfurter Niederlage beim Tabellenletzten aus Dortmund erfuhr. Dadurch liegt der FCN nun auf Rang drei, nach Pluspunkten gleichauf mit dem FHC sowie Buxtehude. Erfreuliche Aussichten im Kampf um die Playoffs, für die man nun gegen Thüringen am 21. Februar (19 Uhr im BBZ) einen wichtigen Sieg einfahren möchte, bevor es nur wenige Tage später zum gleichen Gegner geht, wenn das Viertelfinale im DHB-Pokal auf dem Programm steht.

Torschützen:

Ilyes (6/3), Seiffert (4/1), Mißling, Neukamp (je 3), Dorna (2), Leppert (1) - Beck (7), Rösler (5/3), Walzik (3), Rohde, Wohlbold (je 2)

Siebenmeter: 4/6 - 3/3

Zeitstrafen: 2 - 4

Samstag, 31. Januar 2009

Club-Damen düpieren Trier

Nie eine wirkliche Chance hatten die Trierer Miezen in einem von Beginn an ungleichen Duell mit den FCN-Handballdamen. Am Ende stand für den Meister ein ungefährdeter 29:21 (16:9)-Erfolg zu Buche, der noch souveräner ausfiel als der Kantersieg unter der Woche gegen Göppingen, auch wenn der Aufsteiger deutlicher bezwungen wurde. Die Art und Weise, wie man allerdings die zwei Punkte einfuhr war schon sehr beeindruckend. Nur beim 0:1 lag man zurück, danach gab der Club den Ton an. Zwar blieben die Gastgeberinnen bis zum 5:6 im Spiel, doch dann setzte sich Nürnberg auf 9:5 ab und glänzte dabei mit traumhaften Kombinationen. Trier enttäuschte vor allem in der Offensive, was allerdings auch an der Gästeabwehr lag, die sehr aggressiv zu Werke ging und vor allem Torjägerin Oxana Pal kaum Räume ließ. Am Ende kam sie, exemplarisch für ihr Team, auf nur einen Treffer aus dem Feld. Als der FCN mit einer 16:9-Führung in die Pause ging, da war die Partie eigentlich schon entschieden.

Das sollte sich auch direkt zu Beginn der zweiten Hälfte bestätigen. Der Club blieb am Drücker und baute den Vorsprung nach und nach aus. Ob in der zweiten Welle, nach Spielzügen oder per Tempogegenstoß, man agierte einfach meisterlich. Das gab Trainer Csaba Szücs wieder die Möglichkeit seine Stammkräfte zu schonen und dem Nachwuchs relativ viel Einsatzzeit zu geben. Dabei setzte sich vor allem Linda Jäger in Szene, die für die gut aufgelegte Kerstin Wohlbold gekommen war. Sie traf, wie auch Beate Scheffknecht, gleich doppelt. Auch Lisa Gebhard war bei ihrem ersten Wurfversuch gleich erfolgreich. Verwundert bis schockiert aufgrund der Nürnberger Überlegenheit verfolgte das nun stille Trierer Publikum die Schlussminuten, in denen der FCN den Sieg locker nach Hause spielte. Mit dem Erfolg schob man sich zumindest für eine Nacht nicht nur auf die Playoff-Plätze, sondern zeigte der Konkurrenz, dass man noch lange nicht tot ist. Blomberg, der kommende Gegner, sollte gewarnt sein.

Torschützen:

Pal (5/4), Eickhoff (4), Hofman (4/3), Huber (2), Nadgornaja (2/1), Egger, Mozgovaja, Roubinkova, Vallet (je 1) - Engel (8/3), Wohlbold (5), Walzik (4), Rösler (4/1), Jäger, Rohde, Scheffknecht (je 2), Beck, Gebhard (je 1)

Siebenmeter: 8/12 - 4/5

Zeitstrafen: 5 - 4

Mittwoch, 28. Januar 2009

Göppingen einfach chancenlos

Es war eine Galavorstellung der Handballerinas, am Schluss stand gegen Aufsteiger Frisch Auf Göppingen, das den FCN am ersten Spieltag noch hatte schlagen können, ein grandioser 34:23 (16:10)-Erfolg. Dabei konnten sich alle Feldspielerinnen in die Torschützenliste eintragen, ein rundum gelungener Sieg also für die Truppe von Trainer Csaba Szücs. Dabei legten die Club-Mädels vor der Kulisse von circa 1.000 begeisterten Zuschauern los wie die Feuerwehr. Nach nur sieben Minuten führten die Gastgeberinnen gegen einen erschreckend schwachen Gegner mit 8:2. Die Führung war jedoch hochverdient, denn die Defensive des FCN stand sehr gut und die Ballverluste und Fehlversuche von FrischAuf münzte man oft in der zweiten Welle in einfache und schnelle Tore um. In der Anfangsphase glänzten dabei vor allem Franzi Beck, die eine überragende Leistung bot, sowie Kerstin Wohlbold und Sara Walzik. Ania Rösler gelang quasi mit dem Ende der ersten Hälfte sogar noch ein Treffer aus gut 15 Metern, ein krönender Abschluss.

Nach der Pause hätte man ob der sensationellen Vorstellung in Durchgang eins mit einem Einbruch beim Club rechnen können, doch man setzte nach und führte Göppingen teilweise vor. Die Führung wurde kontinuierlich ausgebaut, Beck zeigte sich weiter spielfreudig und vernaschte die schwäbische Abwehr ein ums andere Mal. Daran änderte sich auch nichts, nachdem vorwiegend die Nachwuchskräfte auf dem Feld standen. Ob Beate Scheffknecht, Linda Jäger, Tanja Schorradt oder Lisa Gebhard, ein richtiger Bruch im Spiel des Clubs war nicht zu erkennen und so war der Sieg auch in dieser Höhe absolut verdient. Am Rande der Partie galt die Aufmerksamkeit natürlich auch den Sponsorengesprächen und der Zukunft des Vereins. Genug Anlass, sich noch mehr zu engagieren, gaben die Mädels den Geldgebern jedenfalls. Bleibt zu hoffen, dass es in den nächsten Tagen auch hier positive Schlagzeilen gibt.

Torschützen: Beck (8), Rösler (7/1), Wohlbold (5), Rohde, Walzik (je 3), Scheffknecht, Schorradt (je 1), Gebhard, Jäger (je 1/1), Engel (4) - Schröder, Verboven (je 4), dos Santos, Vojtiskova (je 4/1), Breitinger, Fritz (je 3), Stratmann (1)

Siebenmeter: 3/3 - 2/5

Zeitstrafen: 6 - 2

Samstag, 24. Januar 2009

Gubova sichert den Sieg

Es war eine wahre Zitterpartie, eine Begegnung, die es in dieser Saison noch nicht gegeben hat. Mit 25:24 (13:12) schlugen die Handballerinas den Buxtehuder SV, den Sieg sicherte dabei Torhüterin Marianna Gubova mit einer Glanzparade nur wenige Sekunden vor Schluss! Sie hielt den Wurf der vollkommen freien BSV-Akteurin Kaja Schmäschke, als die Hallenuhr 59:53 Minuten anzeigte. Als die Partie vorbei war, da war die slowakische Keeperin schnell verschwunden in der Jubeltraube ihrer Mitspielerinnen. Der Erfolg war nicht nur wichtig für das Punktekonto in Hinblick auf Rang vier, sondern auch für die Stimmung im Umfeld angesichts der finanziellen Situation des Vereins. Denn die gut 1000 Zuschauer in der Halle waren begeistert. Es war ein zerfahrenes Spiel, das gerade von den Gästen sehr hart geführt wurde. Dennoch gelang es dem FCN mit einer Führung in die Kabine zu gehen. Auffällig bis dahin, dass auf beiden Seiten viele Chancen vergeben wurden.

Das änderte sich auch nach dem Seitenwechsel nicht. Doch im Mittelpunkt stand schnell wieder die körperliche Härte, die vom BSV ins Spiel gebracht wurde. Dennoch musste zuerst eine Nürnbergerin das Feld verlassen. Dumm nur, dass es sich dabei um Ania Rösler handelte, die zuvor schon zwei Zeitstrafen kassiert hatte und somit nicht weiter zur Verfügung stand. Nach einem Gerangel mit ihrer Gegenspielerin schickten sie die unsicheren Schiedsrichter auf die Tribüne. Zum Glück folgte im Spiel des Clubs danach kein Bruch, die Halle kochte jedoch, was die Handballerinas förmlich zu beflügeln schien. Als dann noch Diane Lamein auf Seiten von Buxtehude ebenfalls die rote Karte sah, schien der Sieg zum Greifen nahe. Doch die Norddeutschen blieben dran. Plötzlich lief bereits die letzte Spielminute, als Franziska Beck zu einem ihrer genialen Würfe von Rechtsaußen ansetzte und den entscheidenden Treffer markierte. Der Rest der Geschichte ist bekannt, Fortsetzung am Mittwoch um 20 Uhr an gleicher Stelle gegen Göppingen. Dann übrigens zum Sonderpreis von 8 Euro (inklusive Freigetränk). Gründe genug also, um sich das nächste sportliche Highlight nicht entgehen zu lassen.

Torschützen: Engel (7/4), Beck (5), Walzik, Wohlbold (je 4), Rösler (4/1), Scheffknecht (1) – Lamein (9/6), Bülau (4), Stapelfeldt (3), Fischer, Wode (je 2), Hayn, Nagel, Neumann, Schmäschke (je 1)

Siebenmeter: 5/8 - 6/8

Zeitstrafen: 5 - 7

Mittwoch, 21. Januar 2009

Keine Rohde, kein Problem

Allen finanziellen Hiobsbotschaften zum Trotz und größtenteils ohne die angeschlagene Christina Rohde konnten die FCN-Handballdamen am Abend einen sehr wichtigen und zudem souveränen Sieg gegen den VfL Oldenburg einfahren. Mit 32:27 (19:10) setzte man sich fast schon leicht und locker gegen die Norddeutschen durch und rückte durch den Erfolg außerdem zwei Zähler näher an die Playoff-Ränge heran. Recht offen war die Begegnung noch zu Beginn, als die Gäste mithalten konnten und die Zuschauer in der Halle mit ansehen mussten, wie der VfL sogar mit 5:4 in Führung ging. Doch das schien nur ein Strohfeuer zu sein und fortan bestimmte der Club das Geschehen. Und das, obwohl nach gut zehn Minuten die bereits erwähnte Rohde aufgrund von Wadenproblemen vom Feld musste. Katrin Engel rückte in den Rückraum sowie in den Mittelblock, Lisa Gebhard übernahm ihre Position auf Rechtsaußen. Angeführt von der im ersten Durchgang überragenden Kerstin Wohlbold (sechs Treffer) sowie der im Abschluss starken Sara Walzik setzte man sich nach dem 8:8 ab und baute den Vorsprung über 12:9 und 17:10 zum Pausenstand von 19:10 aus.

Stark und deutlich verbessert präsentierte sich im Vergleich zu den letzten Partien auch Torhüterin Jana Krause. Die Nationalspielerin entschärfte gleich mehrere Siebenmeter von Oldenburg und strahle die zuletzt vermisste Sicherheit aus, die ihre Kolleginnen förmlich anzustecken schien. Oldenburg war völlig verunsichert und die Partie schon frühzeitig entschieden, spätestens Mitte der zweiten Halbzeit. Dort schickte Csaba Szücs nämlich die Nachwuchskräfte aufs Feld, die den Sieg sicher nach Hause fuhren. Ein wichtiges Signal vor der Begegnung gegen Buxtehude am Samstag. Immerhin ist der VfL einer der wichtigsten Konkurrenten im Kampf um Platz vier. Umso erstaunlicher, mit welcher Leichtigkeit man die Nordlichter bezwingen konnte. Das sollte auf jeden Fall genug Selbstvertrauen für die kommenden Aufgaben geben.

Torschützen: Rösler (9/3), Wohlbold (8), Walzik (7), Beck (3), Scheffknecht (2), Engel, Gebhard, Stockhorst (je 1) - Wenzl (6), Fagerhus (6/6), Geschke, Neuendorf (je 4), Badenhop, Scholl (je 2), Gümmer, Kethorn, Parchina (je 1)

Siebenmeter: 3/5 - 6/11

Zeitstrafen: 1 - 0

Sonntag, 28. Dezember 2008

Bitteres Ende gegen Frankfurt

Vor der Partie war es von allen als Schlüsselspiel bezeichnet worden, nach der Begegnung war die Stimmung auf Seiten der Siegerinnen dementsprechend ausgelassen. Leider waren es die Gäste aus Frankfurt, die am Ende mit 27:26 (12:13) knapp die Nase vorne hatten und sich so einen immens wichtigen Sieg im Kampf um die Playoff-Plätze sichern konnten. Doch technische als auch taktische Fehler sorgten dafür, dass es nichts wurde mit dem doppelten Punktgewinn. Viel zu oft verlor man den Ball ohne ersichtlichen Grund, spielte ihn in die Arme des Gegners oder nahm Würfe, die kaum oder gar nicht vorbereitet waren. Trotzdem gelang es dem FCN sich in der ersten Hälfte einen Vorsprung zu erarbeiten, denn Franziska Mietzner, den großen Star des FHC, hatte man einigermaßen gut im Griff. Doch auch das sollte sich im Laufe der Partie noch ändern. Zunächst jedoch beging Trainer Csaba Szücs den Fehler, unbedingt wechseln zu wollen, um so eine Stammkräfte etwas zu schonen. Sicherlich kein schlechter Gedanke, in diesem Spiel aber wohl des Guten zu viel, vor allem Mitte der ersten Halbzeit.

Tanja Schorradt wurde zum Unglücksraben und musste schnell für zwei Minuten auf die Strafbank. Der schöne Vorsprung (12:7) war schnell dahin und so ging es nur mit einer 13:12-Führung für den Club in die Pause. In Durchgang zwei blieb es dann eine ausgeglichene Begegnung. Die Fränkinnen bestimmten zwar eigentlich das Geschehen, doch leichte Fehler machten es weiterhin nicht möglich, sich noch wie in Hälfte eins abzusetzen. Im Kasten der Nürnbergerinnen fing sich Jana Krause zudem einige haltbare Bälle und Frankfurt blieb weiterhin dran, angeführt von der unglaublich präsenten Mietzner. Ihr war es auch vorbehalten den Siegtreffer für die Gäste zu erzielen, auch wenn der FCN den Ausgleich in der Hand hatte. Ania Rösler brachte jedoch den Pass auf die bereits durchgestartete Katrin Engel nicht an und somit wurde es nichts mehr mit dem durchaus möglichen Punktgewinn. Ein Aktion, die sinnbildlich war für den Verlauf des Spiels.

Torschützen: Rösler (11/6), Engel (5/2), Walzik (4), Wohlbold (3), Rohde (2), Beck (1) - Mietzner (11/5), Paap (5), Beier, Hering, Jochin (je 3), Scheidemann (2)

Siebenmeter: 8/9 - 5/5

Zeitstrafen: 5 - 7

Donnerstag, 20. November 2008

Saison 08/09 - Halbzeitfazit

In der Hinrunde der aktuellen Saison steht zwar noch ein Spieltag aus, aber die EM-Pause gibt uns die Gelegenheit ein erstes Fazit zu ziehen. Nach zehn Partien steht der 1. FC Nürnberg auf dem neunten Platz der Tabelle, rein sportlich gesehen wäre man punktgleich mit dem Zweiten Leverkusen derzeit Dritter. Würde man also nicht wegen der Fristversäumnisse vier Punkte abgezogen bekommen, dann stünde man eigentlich sehr gut da in Anbetracht der Tatsache, dass es vor Beginn der Spielzeit einen erneuten Aderlass im Kader gab. Gleich vier Stammkräfte sowie das Trainergespann verabschiedeten sich aus Nürnberg. Neben dem Duo Herbert und Helfried Müller, dass durch Csaba Szücs ersetzt wurde, verließen Miriam Simakova, Steffi Ofenböck, Petra Popluharova und Maja Sommerlund den Verein. Auch Simone Luber und Alexandra Kubasta stehen nicht mehr zur Verfügung.

Dennoch schaffte man es fast schon sensationell nach der Auftaktpleite bei Aufsteiger Göppingen die Kurve zu kriegen und sich in die Saison förmlich hinein zu kämpfen, obwohl man wie schon so oft mit herben Rückschlägen leben musste. So verweigerte die EHF die Austragung der Champions League-Partien in der Halle am Berliner Platz, weshalb man zunächst nach Bamberg ausweichen wollte, sich schlussendlich aber für die Arena Nürnberger Versicherungen entschied, was zusätzliche Kosten mit sich brachte. Hinzu kam die schwere Verletzung von Neuzugang Franziska Garcia-Almendaris, die als Kreisläuferin eigentlich gesetzt war. Sie riss sich beim Vorbereitungsturnier in Schmelz das Kreuzband und sorgte so unfreiwillig dafür, dass Sara Walzik ihre Position in der Offensive übernehmen musste, nur teilweise entlastet von Nachwuchshoffnung Tanja Schorradt. So fehlte Walzik natürlich auf ihrer angestammten Linksaußen-Position, wo nun Franziska Beck fast immer 60 Minuten auf dem Feld steht. Ein großes Risiko, wer die Karriere der gebürtigen Nürnbergerin bisher verfolgt hat. Aber nicht nur für sie ist die Belastung immens hoch, auch der Rückraum hat unter den fehlenden finanziellen Mitteln arg zu leiden.

Da für Beate Scheffknecht der Sprung aus der österreichischen Liga nach Deutschland nicht auf Anhieb zu packen war, immerhin ist sie auch erst 18 Jahre alt, war der Druck auf das Trio Ania Rösler, Kerstin Wohlbold und Christina Rohde extrem hoch. Als Wohlbold dann gegen Trier erkrankt fehlte, musste Linda Jäger (17) in die Bresche springen. Am Ende sprang ein Remis (27:27) heraus. Auch wenn Jäger ihre Sache sehr ordentlich machte, nicht immer konnte ein leistungsmäßiger Ausfall des Rückraum-Trios von den Youngstern kompensiert werden. Gerade in der Champions League machten sich die körperlichen Defizite ziemlich bemerkbar, weshalb man nach drei Partien mit 0:6 Zählern hinter den punktgleichen Teams aus Viborg, Ljubiljana und Metz (je 4:2) am Ende der Gruppe D steht und eigentlich schon ausgeschieden ist.

In der Liga hingegen konnte man durch die individuelle Klasse der einzelnen Spielerinnen sechs Siege einfahren, auch wenn man dabei etwas Glück hatte, denn die Partie beim Thüringer HC hatte man eigentlich verloren. Der Gegner wurde aber für die eigene Dummheit bestraft und die Punkte am grünen Tisch dem Club zugesprochen, da die Erfurter eine nicht spielberechtigte Akteurin eingesetzt hatten. Zu den sechs Erfolgen kommt das bereits erwähnte Remis gegen Trier. Wichtige Siege fuhr man zu Beginn vor allem in Oldenburg und Buxtehude ein, die beide noch vor dem FCN platziert sind.

Aktuell ist man zwar drei Punkte von den Playoff-Rängen entfernt, für ein Erreichen der Finalrunden sprechen aber gleiche mehrere Punkte. So trägt man sieben der verbleibenden zwölf Partien noch in eigener Halle aus, darunter eine Serie von drei Spielen hintereinander, in der man die direkte Konkurrenz aus Oldenburg, Buxtehude und Göppingen empfängt. Außerdem zeigen die anderen Mannschaften sehr schwankende Leistungen, weshalb der Abstand auf die vorderen Plätze noch nicht allzu groß ist. Die anstehende Rückkehr von Almendaris gibt zudem weitere Hoffnung.

Neben der individuellen Stärke, immerhin sind mit Rösler, Walzik, Rohde und Torhüterin Jana Krause gleich vier Cluberinnen im DHB-Kader der EURO zu finden, konnte man vor allem mit einer soliden Defensive überzeugen. Krause etablierte sich vor Marianna Gubova als neue Nummer eins im Nürnberger Kasten, bildet mit der erfahrenen Slowakin aber wohl das beste Gespann der Liga. Nicht ohne Grund hat man mit 248 Treffern die wenigsten Gegentore aller Teams kassiert. Dafür haperte es teilweise in der Offensive etwas an Kreativität und Spritzigkeit, Letzteres natürlich verständlich angesichts des Mammutprogramms der letzten Wochen mit zahlreichen Auswärtsspielen, unter anderem in Viborg und Metz.

Trotzdem sollte man mit den bisher gezeigten Leistungen des Teams zufrieden sein und optimistisch in die zweite Saisonhälfte gehen. Auch im Pokal ist man noch vertreten, wenn auch mit Leverkusen ein harter Brocken in der nächsten Runde wartet. Immerhin genießt man Heimrecht und hat noch eine Rechnung mit den Rheinländerinnen zu begleichen. Gegen Bayer setzte es nämlich die bisher einzige Niederlage in der BBZ, als man unglücklich mit 26:27 unterlag. Ein weiterer Beleg dafür wie eng es zugeht in einer Meisterschaft, wo den Ersten nur sechs Zähler vom Zehnten trennen. Es scheint also alles möglich, zumindest national.

Mittwoch, 19. November 2008

Leipzig deklassiert den Club

Mit 23:34 (9:17) verloren die Handballerinas am Nachmittag beim HC Leipzig und verabschiedeten sich mit einer sehr dürftigen Leistung in die EM-Pause, während der Pokalsieger durch den Sieg die Tabellenführung übernahm. Vom Anwurf an wirkten die FCN-Mädels kraft- und ideenlos und fanden kaum Mittel die starke Defensive der Sächsinnen zu überwinden. Bereits nach zehn Minuten lag man mit 2:8 im Hintertreffen und von diesem Rückstand erholte man sich nicht mehr. Der übermächtig erscheinende Innenblock des HCL meldete Sara Walzik am Kreis vollkommen ab, somit waren auch die Räume für die Rückräumspielerinnen des Clubs sehr eng und Katja Schülke im Kasten der Gastgeberinnen entschärfte die Würfe aus der Distanz meist sicher. Nach 22 Minuten hatten die Fränkinnen vier ihrer fünf Treffer per Siebenmeter erzielt. Eine Statistik, die Bände spricht. Auf der Gegenseite ragte vor allem Karolina Kudlacz heraus. Die Polin überzeugte mit Kreativität und Spritzigkeit und war sicher im Abschluss. Logische Konsequenz war, dass sich Leipzig immer weiter absetzte und die Partie bereits zur Pause entschieden hatte. Nach 30 Minuten hieß es 9:17 aus Sicht des FCN.

Die zweite Halbzeit wurde zu einer Forsetzung dessen, was man schon vor dem Seitenwechsel gesehen hatte. Schwache Nürnbergerinnen ergaben sich ihrem Schicksal und der HCL ließ sich nicht zwei Mal bitten. Der Vorsprung wurde nach und nach ausgebaut und beim 24:12 nach 43 Minuten sah es nach einer bitteren Packung für die Truppe des hilflosen Trainers Csaba Szücs aus. Der Slowake konnte einem leid tun, ihm mangelte es einfach an Alternativen. Auch wenn sich beispielsweise Kerstin Wohlbold mit sechs Treffern im zweiten Durchgang versuchte gegen die Pleite zu stemmen, so kamen diese Tore viel zu spät. Zudem hatten die Akteure des Vizemeisters durchweg einen guten bis sehr guten Tag erwischt und machten nur wenige Fehler. Da nutzte es auch nichts, dass neben Wohlbold auch Beate Scheffknecht in der Schlussphase dagegen hielt. Ihre vier Treffer waren nicht mehr als Ergebniskosmetik an einem rabenschwarzen Nachmittag für den Club, der in allen Belangen unterlegen war. Während es für die Nationalspielerinnen nun in die Vorbereitung zur EURO geht, darf sich der Rest des Teams über die trainingsfreie Zeit bis zum 1. Dezember freuen und hat ausreichend Gelegenheit den leeren Akku wieder aufladen.

Torschützen: Kudlacz (9), Müller (5/1), Augsburg, Brückmann, Ulbricht (je 4), Holmgren (3), Stange, Urne (je 2), Ommundsen (1/1) – Wohlbold (7), Engel (6/5), Rohde, Scheffknecht (je 4), Walzik (1), Rösler (1/1)

Siebenmeter: 2/3 - 6/7

Zeitstrafen: 6 - 5

Mittwoch, 12. November 2008

Fans verzückt, FCN "Erster"

Mit einer souveränen Vorstellung hat der FCN Handball am Abend durch einen 33:26 (18:14)-Sieg gegen Borussia Dortmund die virtuelle Tabellenführung übernommen. Ohne die vier Punkte Abzug am Ende der Saison stünde die Truppe um Spielführerin Ania Rösler nach neun Runden auf dem ersten Platz. Gegen den Aufsteiger aus dem Ruhrgebiet war die Halblinke im Gegensatz zur Partie in Viborg wieder von Beginn an mit dabei und trotzte ihren Beschwerden an der Achillessehne. Der Club legte vor gut 600 Zuschauern los wie die Feuerwehr und führte nach wenigen Minuten bereits mit 6:2. Doch danach ließ man es etwas zu locker angehen und schluderte mit den sich bietenden Tormöglichkeiten. Zwei schnelle Treffer von Gesine Paulus brachten den ohne den neuen Trainer Gustl Wilke angereisten BVB auf 4:6 heran, wenig später war der Rückstand der Gäste beim Stande von 6:7 auf ein Tor geschmolzen. Doch danach rappelten sich die Fränkinnen wieder auf und gerade Christina Rohde war in dieser Phase nicht zu stoppen. Sie traf vier Mal in Serie für ihr Team und über 13:10 setzte man sich kontinuierlich ab, um mit einer 4-Tore-Führung in die Pause zu gehen. Einen höheren Vorsprung vergab man allerdings kläglich, als man eine doppelte Überzahlsituation nicht clever genug ausspielte.

In der zweiten Hälfte begann man auf Seiten des FCN wieder mit der Konzentration der ersten Minuten. Dadurch konnte man sich immer weiter absetzen, während den Dortmunderinnen gerade im Angriff oft die Ideen, allen voran aber die nötigen Mittel fehlten, um den Innenblock des Meisters wirklich zu gefährden. Auf der Gegenseite lief Sara Walzik einen Tempogegenstoß nach dem anderen und kam immer wieder zu leichten Treffern. Sie beendete den Abend mit ihren sieben Toren als beste Schützin beim Club. Sehr stark auch der Auftritt von Marianna Gubova, die in der zweiten Halbzeit zwischen den Pfosten stand. Sie glänzte vor allem bei Würfen von Außen und zeigte dort ihre Klasse. Mit zunehmender Spieldauer wurde der Abstand zwischen beiden Teams immer größer, was FCN-Coach Csaba Szücs dazu veranlasste seine Leistungsträgerinnen zu schonen. Gut 19 Minuten vor dem Ende ersetzte Beate Scheffknecht Nationalspielerin Rösler in der Offensive. Sie musste zwar umgehend eine Strafzeit absitzen, danach deutete sie jedoch mit zwei schönen Toren ihr Talent an. In den letzten zehn Minuten betrug das Durchschnittsalter bei den Gastgeberinnen dann 19,7 Jahre! Mit Sabine Stockhorst im Tor und ihre Zwillingsschwester Christina auf Linksaußen, Scheffknecht, Linda Jäger und Katrin Engel im Rückraum, Lisa Gebhard (die ihr erstes Bundesligator erzielte) auf Rechtsaußen und Tanja Schorradt am Kreis wurde der Sieg locker nach Hause gebracht. Alles in allem ein rundum gelungener Abend in der Halle am Berliner Platz.

Torschützen: Walzik (7), Engel (6/3), Rohde (5), Rösler (5/1), Beck, Wohlbold (je 3), Scheffknecht (2), Gebhard, Schorradt (je 1) - Robben (8/4), Porvaznikova (5/2), Karsten (4), Cocx (3/1), Lütz, Paulus (je 2), Spriestersbach (1), Busch (1/1)

Siebenmeter: 4/6 - 8/9

Zeitstrafen: 6 - 5

Sonntag, 26. Oktober 2008

Engel überragt bei Auswärtssieg

Gerade erst zu Ende gegangen ist die Partie der Handballerinas bei den Rhein-Main-Bienen. Dabei sicherten sich die Mädels von Trainer Csaba Szücs einen tollen 33:25 (17:12)-Erfolg. Mit dem Sieg verbesserte man sich in der Tabelle zudem auf den achten Rang, ohne die vier Punkte Abzug wäre man sogar Dritter! In der Elsenfelder Sparkassen-Arena hatte man ein schweres Spiel für die Cluberinnen erwartet. Beim letzten Auftritt in Mainfranken musste man nach einer klaren Führung zur Pause noch zittern, um am Ende mit einem Treffer zu gewinnen. Doch heute konnte man es vor allem der guten Leistung der Abwehr und der überragenden Partie von Katrin Engel verdanken, dass man am Ende das Feld als souveräner Sieger verließ. Während die Gastgeberinnen ganze vier Siebenmeter verwarfen und teilweise verzweifelten, konnte Engel auf Nürnberger Seite immer wieder eiskalt abschließen und kam auf satte zwölf Feldtore, eine wahnsinnige Quote. Von 11:10 setzte man sich auf 17:12 bis zur Pause ab, was vor allem an der starken Defensive lag, die in den letzten zehn Minuten der ersten Hälfte nur zwei Treffer zuließ.

Direkt nach dem Seitenwechsel kamen die Bienen mit jeder Menge Schwung aus der Kabine, doch nach zwei schnellen Treffern von Schmitt kassierte Stellbrink eine Zeitstrafe und auch Schmitt musste kur darauf für zwei Minute Spielfeld verlassen. Das nutzte der Meister eiskalt aus, indem er von 17:14 auf 21:15 davonzog. Danach spielten die Fränkinnen clever ihren Stiefel herunter und vergrößerten ihren Vorsprung kontinuierlich. Auch wenn Nationalspielerin Ania Rösler mit einem Feldtor erneut unter ihren Möglichkeiten bliebt, konnte sie dem Team durch ihre Sicherheit vom Punkt mit helfen auf der Siegesstraße zu bleiben und in Halbzeit zwei drehte auch Christina Rohde immer mehr auf. Zusammen mit den insgesamt 17 Treffern des Außenduos Engel/Franziska Beck und fünf Toren von Ersatzkreisläuferin Sara Walzik konnte da nichts mehr anbrennen und man nahm zwei verdiente Punkte mit nach Hause.

Torschützen: Jakubisova (8), Langkeit (6/2), Halasova (3), Schmitt, Stellbrink (je 2), Latakaite, Reznir, Steinfurth, Zukauskaite (je 1) - Engel (12), Beck, Walzik (je 5), Rohde (4), Rösler (4/3), Wohlbold (je 3)

Siebenmeter: 2/6 - 3/3

Zeitstrafen: 6 - 4

Mittwoch, 15. Oktober 2008

Nachträglicher Sieg am grünen Tisch

Aufgrund einer nicht spielberechtigten Akteurin des Thüringer HC bekommt der 1. FC Nürnberg zwei Punkte geschenkt. Die am 4. Oktober in Bad Langensalza verlorene Partie wird zu Gunsten des amtierenden Meisters gewertet, da die Gastgeberinnen eine volljährige Spielerin bereits zum dritten Mal in dieser Saison unberechtigt einsetzten. Somit steht die Bilanz der Cluberinnen nun bei offiziell vier Siegen, einem Remis und zwei Niederlagen, was wegen des Punktabzuges aktuell bedeutet, dass man fünf Zähler auf dem Konto hat. Somit weist man sportlich gesehen nun die gleiche Bilanz auf wie Tabellenführer Göppingen.

Die offizielle HBVF-Erklärung:

Nach Überprüfung des Spielberichts des Meisterschaftsspiels Thüringer HC gegen den 1. FC Nürnberg Handball vom 04.10.08 (Ergebnis 32:31) musste die „Spielleitende Stelle“ dem THC die Punkte wieder aberkennen. Hintergrund ist, dass der THC eine volljährige Spielerin, die über keine Bundesligaspielberechtigung verfügte, in diesem Spiel bereits zum dritten Mal in der laufenden Saison einsetzte. Nach § 66 der Spielordnung des DHB dürfen solche Spielerinnen jedoch nur in bis zu zwei Meisterschaftsspielen eingesetzt werden. Damit war nach § 19 RO DHB das Spiel zwingend für Nürnberg mit 2:0 Punkten und 0:0 Toren zu werten.

Gez. B. Dugall (Vorsitzender HBVF) und E. Petersen (Spielleitende Stelle)