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Donnerstag, 25. Juli 2013

Was macht eigentlich... Christina Rohde?

Den Absprung geschafft

Wenn man Christina Rohde in ihrem Büro am Schreibtisch sitzen sieht, dann würde man nur schwer auf den Gedanken kommen, dass sie vor nicht mal fünf Jahren das Trikot der deutschen Nationalmannschaft getragen hat. Doch nach ihrem kurzen Intermezzo mit vier Länderspielen in der DHB-Auswahl hat sich im Leben der 31-jährigen viel verändert, sogar ein wenig schneller als sie das selbst jemals gedacht hätte.

Von jetzt auf gleich die sportliche Karriere zu beenden ist sehr oft die Folge einer schweren Verletzung. Die Athleten fallen dabei nicht selten in ein großes mentales Loch. Nicht so jedoch die gebürtige Lübeckerin. Eigentlich könnte sie noch problemlos bei einem Erstligisten spielen, doch sie hat sich anders entschieden. Nach der Insolvenz der Nürnberger Handballdamen im Sommer 2009 zog es sie nach Spanien, wo sie mit Itxako Estella, mittlerweile auch Opfer der Finanzfalle geworden, das Double holte. "Es war eine tolle Erfahrung", sagt die großgewachsene Linkshänderin heute. "Das Umfeld war ganz anders als in Deutschland, aber die Kultur, eine neue Sprache und die Teilnahme an der Champions League zum Abschluss waren eine fantastische Sache für mich."

Rohde und der Wohlfühlfaktor

Eigentlich hätte man sie im Baskenland gerne behalten, doch die Sehnsucht nach der zweiten Heimat war zu groß. Rohde, von allen nur "Fischi" genannt, stammt aus dem hohen Norden, wo sie beim VfL Vorwerk Lübeck mit dem Handball begann, zum SC Buntekuh weiterzog und nach einem einjährigen Zwischenstopp in Minden 2003 von Herbert Müller zum 1. FC Nürnberg geholt wurde. Dort gewann sie drei Mal die Meisterschaft, zwei DHB-Pokale und den Challenge Cup. "Wenn man so lange Zeit an einem Ort verbringt und sich wohl fühlt, dann gibt es eigentlich keinen Grund, nochmal woanders hinzugehen." Besonders nicht für Rohde, die direkt nach einer Rückkehr aus Spanien eine Ausbildung zur Bürokauffrau in der Firma ihres Freundes begann und seitdem mitten im Berufsleben steht.

"Für mich war es immer wichtig auch eine Perspektive neben dem Handball zu haben. Wenn man sieht wie viele Vereine mittlerweile kaputt gegangen sind, dann ist man froh, dass man nicht nur auf den Sport gesetzt hat." Mit Leverkusen, Buxtehude, Leipzig , Oldenburg und Trier sind nur noch fünf Teams aus Rohdes Debütsaison dabei. Ehemalige Meister wie Lützellinden, Nürnberg oder aktuell Frankfurt/Oder mussten Insolvenz anmelden. Rohde sieht die Entwicklung sehr kritisch und spricht aus eigener Erfahrung: "Nicht zu wissen was morgen ist, das war eine komisches Gefühl. Da ist es mir lieber, wenn ich abgesichert bin und nur ein wenig nebenbei spiele." Die Liebe zum Handball ist einfach zu groß. Rohde wirft heute für den Viertligisten 1. FCN Handball 2009 ihre Tore. Nur ohne Harz, "das ist einfach nichts."

Samstag, 16. Mai 2009

Remis zum Abschluss

Im letzten Spiel des 1. FC Nürnberg in der Bundesliga verabschiedete sich die Mannschaft mit einem 34:34 (15:13)-Unentschieden von ihren Fans konnte sich zumindest offiziell die Teilnahme an den Platzierungsspielen um Rang fünf gegen Frisch Auf Göppingen sichern. Ob das Recht darauf wahrgenommen wird, wovon allerdings nicht auszugehen ist, entscheidet nun der Insolvenzverwalter in den nächsten Tagen. Die Schwaben bevorzugen wohl allerdings die Variante der frühzeitigen Sommerpause. In jedem Falle war es eine komische Atmosphäre, die über dem Spiel lag. Ohne das verletzte Quartett Katrin Engel, Christina Rohde, Beate Scheffknecht und Christina Stockhorst konnte man den als kampfstark bekannten Gästen aus dem Lipperland erfolgreich Paroli bieten und so entwickelte sich eine interessante Begegnung, in der die Führung häufig wechselte. Die gut aufgelegte Jana Krause im Nürnberger Kasten konnte dabei mir ihren Paraden dafür sorgen, dass es mit einem knappen Vorsprung in die Pause ging.

In der zweiten Halbzeit begann dann Marianna Gubova zwischen den Pfosten des FCN, in den letzten zehn Minuten durfte auch Sabine Stockhorst ran. Sie erzielte zuvor sogar aus dem Feld einen Treffer, wie auch Lisa Gebhard und Tanja Schorradt. Alleine die Auflistung der Torschützinnen zeigt, dass Trainer Csaba Szücs in der letzten Begegnung jeder Spielerin die Gelegenheit gab, sich nochmals auszuzeichnen. Dabei kam es allerdings kaum zu einen Leistungsabfall und so gelang es dem Club weiterhin eine sehr gute Figur abzugeben. Franziska Beck und Sara Walzik ließen dabei mit einigen Trickwürfen und Traumtoren ihre Klasse aufblitzen und verzückten das begeisterte Publikum zum Abschied. Ein mit dem Schlusspfiff durch Kateryna Valyushek verwandelter Siebenmeter sorgte für den Endstand.

Nach der Partie flossen dann die Tränen in Strömen. Die Erfolge der Vergangenheit mit drei Meisterschaften, zwei Pokalsiegen und einem Europapokalsieg haben in Nürnberg sowie in Handballdeutschland Geschichte geschrieben. Die Spielerinnen haben dabei über Jahre alles gegeben. Man hätte sich gewünscht, dass alle Beteiligten immer ihre Einstellung an den Tag gelegt hätten. Nun ist das Kapitel "Handball als Spitzensport" in der Frankenmetropole gestorben. Den Akteuren auf und teilweise neben dem Feld kann man für ihre Zukunft nur alles Gute wünschen, danke für viele unvergessliche Momente!

Torschützen:

Beck (8), Wohlbold (6), Rösler (6/3), Walzik (4), Jäger (3/1), Garcia-Almendaris, Gebhard, Schorradt (je 2), Stockhorst (1) - Seiffert (12/5), Ilyes (7), Dorna (6), Neukamp (5), Krüger (2), Mißling (1), Valyushek (1/1)

Siebenmeter: 4/5 - 6/7

Zeitstrafen: 5 - 6

Samstag, 2. Mai 2009

FCN siegt in Trier

Mit einem nach dem Spielverlauf ziemlich souveränen Sieg hat der 1. FC Nürnberg seine Chancen auf die Teilnahme am Challenge Cup der kommenden Saison gewahrt. Beim Ex-Meister aus Trier gewann man mit 35:33 (16:15) und konnte dabei sogar teilweise an die Form vergangener Tage anknüpfen. Vor allem funktionierte zum ersten Mal in dieser Saison das Zusammenspiel zwischen dem Rückraum und Franziska Garcia-Almendaris, die mit ihrer Schnelligkeit am Kreis der Defensive des Gegners immer wieder Kopfschmerzen bereitete. Entweder sie kam selber erfolgreich zum Abschluss oder sie erkämpfte sich einen Siebenmeter. Nach einem Rückstand zu Beginn fand der FCN unter anderem dadurch schnell in die Begegnung und man merkte, dass das Fehlen von Geburtstagskind Katrin Engel und Christina Rohde den Rest des Teams nicht belastete, sondern man in Außenseiterrolle locker und befreit aufspielte, was auch auf die junge Linda Jäger zutraf. Auch der Fakt, dass sie sich nahtlos ins Spiel des Clubs einfügte, sorgte für eine knappe Führung zur Pause.

In der zweiten Halbzeit brannten die Handballerinas dann ein wahres Feuerwerk ab. Traumhafte Kombinationen und schnelle Tore im Tempogegenstoß nach vielen tollen Paraden von der bärenstarken Marianna Gubova gab es im Minutentakt zu sehen. Die mitgereisten Fans erhoben sich nach zahlreichen Bilderbuchtreffern von Franziska Beck von ihren Plätzen und spendeten stehende Ovationen. Vor gefühlten 20 Fans in der Trierer Arena setzte sich der Gast dadurch immer mehr ab und spätestens zehn Minuten vor dem Ende war beim Stande von 31:23 für die Clubberinnen alles klar, auch wenn einige unnötige Fehler und Wechsel die Sache noch spannender machten, als sie wirklich war. In zwei Wochen geht es dann gegen Blomberg um den Einzug ins Finale um den fünften Platz. Unabhängig vom Ausgang des Duells der Lipperländer gegen Trier zählt dann nur ein Sieg, wenn man das Ticket nach Europa doch noch buchen will.

Torschützen:

Nadgornaja, Pal (je 7), Egger (6), Arnosova, Mozgovaja (je 3), Schneider (3/3), Vallet (2), Eickhoff, Pütz (je 1) - Rösler (13/6), Beck, Garcia-Almendaris (je 6), Walzik (4), Jäger, Wohlbold (je 3)

Siebenmeter: 3/5 - 6/6

Zeitstrafen: 6 - 3

Mittwoch, 22. April 2009

Leipzig zu abgezockt

Für Geburtstagskind Christina Rohde begann das Spiel gegen den HC Leipzig wie aus dem Bilderbuch, als sie schon nach 22 Sekunden das 1:0 für ihr Team markierte. Mit dem Schlusspfiff wehrte Katja Schülke ihren direkten Freiwurf sicher ab. Dieser Verlauf stand sinnbildlich für das Spiel des FCN an diesem Abend, dem gegen den Gast aus Sachsen nach tollem Start die Luft ausging. Am Ende gewann der Vizemeister beim amtierenden Champion mit 29:23 (16:13) und profitierte dabei vor allem von der körperlich schlechten Verfassung des Clubs sowie dessen Ideenlosigkeit in der Offensive. Schon seit einiger Zeit stockt das Spiel der Handballerinas gerade im Halbfeldangriff, die immer größer werdenden körperlichen Strapazen sind deutlich sichtbar und wirken sich natürlich auch auf die Leistungen der einzelnen Spielerinnen aus. Dazu kommt, dass kaum ein taktisches Konzept zu erkennen ist. Hat sich die Defensive des Gegners einmal auf die Schützlinge von Csaba Szücs eingestellt, dann funktioniert meist nicht mehr viel bei den Fränkinnen. So war es auch gegen den HCL, als man nach 15 Minuten mit 10:7 in Führung lag und es wirklich gut aussah.

Danach übernahmen die Gäste das Zepter und konnten, vor allem gestützt von der bärenstarken Schülke, die Partie drehen. Plötzlich führten die Sächsinnen mit 12:10, bis zur Halbzeit zogen sie auf 16:13 davon. Direkt nach dem Seitenwechsel war die Dominanz der Leipzigerinnen fast schon eklatant. Teilweise wie im Training spulte der HCL sein Programm herunter und erlaubte dem Club in den ersten elf Minuten nur einen Treffer. Das war natürlich viel zu wenig und so lag man teilweise mit sieben Toren im Hintertreffen. Während bei Leipzig mit Natalie Augsburg oder Ulrike Stange Spielerinnen mit Länderspielerfahrung von der Bank kamen, krochen die Leistungsträgerinnen des FCN weiter auf dem Zahnfleisch. Nur Franziska Garcia-Almendaris konnte teilweise für Entlastung sorgen, wobei ihr die fehlende Bindung noch deutlich anzumerken wer. Auch wenn man sich nochmals kurz aufbäumte und auf drei Tore verkürzen konnte, war an diesem Abend schlicht und ergreifend nicht mehr drin. Nun muss also definitiv am Samstag in Frankfurt gewonnen werden, wenn man in die Playoffs einziehen will, ein Unentschieden würde das sichere Aus im Kampf um die Titelverteidigung bedeuten.

Torschützen:

Engel (9/6), Rösler (6/2), Beck (3), Wohlbold (2), Garcia-Almendaris, Rohde, Walzik (je 1) - Kudlacz (7), Müller (5/1), Ommundsen (5/2), Erikson, Ulbricht (je 3), Augsburg, Stange (je 2), Daniels, Urne (je 1)

Siebenmeter: 8/8 - 3/4

Zeitstrafen: 2 - 2

Dienstag, 21. April 2009

Quartett eher skeptisch

Während die Vereinsverantwortlichen noch gestern in Person des neuen Geschäftsführers Hanno Kolleth die Chancen auf einen Verbleib von Franziska Beck, Marianna Gubova, Beate Scheffknecht und Christina Rohde auf mehr als 50 Prozent einschätzten, äußerte sich das genannte Quartett gegenüber von HANDBALLERINAS-Blog eher konträr zu der Aussage des neuen FCN-Finanzchefs. "Ich werde bei der aktuellen Konstellation, sozusagen einer verstärkten A-Jugend auf dem Feld, keinesfalls einen Vertrag in Nürnberg unterschreiben", sagt Gubova, die aber Wechselgerüchte in Richtung Sindelfingen bereits vehement dementierte. Franziska Beck bläst ins gleiche Horn: "Nur weil ich Nürnbergerin bin heißt das nicht, dass ich deswegen automatisch verlängern werde. Außerdem kann es durchaus gut tun, wenn man sich mal verändert."

Bei Christina Rohde sieht es nicht anders aus. "Meine sportliche Zukunft ist eng mit meiner beruflichen Ausbildung verknüpft. Beides muss stimmen und das sehe ich derzeit in Nürnberg nicht", meint die Linkshänderin, die wie Beck bereits vor einigen Wochen das Angebot des Vereins offiziell ablehnte. Dabei geht es aber nicht um die Finanzen, sondern vor allem um die Rahmenbedingungen und die sportliche Perspektive. Bei Scheffknecht wird derzeit der Wunsch des Verbleibs in der Frankenmetropole auch nicht wirklich größer, "schließlich wurde bis heute noch kein Wort mit mir über die die neue Saison gewechselt. So kann ich mir jedenfalls nicht vorstellen, auch im kommenden Jahr hier zu spielen. Es ist höchste Eisenbahn." Eher trübe Aussichten also für die Personalplanungen des neuen Club-Teams.

Viel besser stehen da die Chancen auf den Einzug in die Playoffs. Zwar bedeutet ein Sieg morgen gegen Leipzig nicht die sichere Teilnahme an der Endrunde der besten vier Mannschaften, aber der Konkurrent aus Buxtehude müsste dann am Samstag in Göppingen gewinnen, um noch den Sprung auf Rang vier zu schaffen. Bei einem Erfolg in Frankfurt wäre man übrigens auf jeden Fall mit von der Partie, denn dann würde man die Oderstädterinnen hinter sich lassen. Gewinnt man beide Spiele, dann wäre man sogar sicher Zweiter, wobei eine Niederlage in Frankfurt fast das sichere Aus bedeuten würde. Denn wirft man einen Blick auf die bisherigen Resultate in dieser Saison, dann sollte man keinesfalls auf schwäbische Schützenhilfe setzen.

Samstag, 4. April 2009

Krimi mit Happy End

Kerstin Wohlbold hat den 1. FC Nürnberg durch ihr Tor mit dem Schlusspfiff ins Endspiel des DHB-Pokals geworfen! Nach einer Freiwurfkombination zappelte der Ball im Netz von ProVital Blomberg-Lippe, das man am Ende mit 29:28 (15:14) bezwingen konnte. Gegner wird morgen im Finale der VfL aus Oldenburg sein, der sich nach furiosem Start (6:2) und einem Remis zur Pause (14:14) letztendlich souverän mit 26:21 gegen FrischAuf Göppingen durchsetzen konnte. Es war eine kampfbetonte Partie zwischen dem Club und dem Team aus Westfalen, gegen das man in dieser Saison in Nürnberg mit einem Tor hatte gewinnen können, während man auswärts ein Unentschieden ergattert hatte. Daher war ein enges Spiel erwartet worden, in dem die Fränkinnen zunächst dominierten. Doch einige technische Fehler sorgten dafür, dass man die Chance sich vorentscheidend abzusetzen mehrfach nicht nutzte. Während vorne gerade Wohlbold immer wieder auf der Halbposition erfolgreich in die Lücken gestoßen war fand der Challenge Cup-Halbfinalist nach einer Umstellung hier die Mittel, um die quirlige Aufbauspielerin etwas in ihrer Entfaltung zu stören. Auch die nicht unbedingt nachvollziehbare Änderung in der Defensive, wo Katrin Engel im Mittelblock Abwehrchefin Christina Rohde ersetzte, sorgte beim FCN nicht wirklich für mehr Stabilität. Gerade durch Einläufer von Außen kam ProVital so immer wieder zum Torerfolg, weshalb der Vorsprung von drei Treffern (14:11, 21.) bis zum Ende der ersten Halbzeit noch auf ein Tor schmolz.

Im zweiten Durchgang gaben beide Teams dann alles. Der Club führte meist knapp, dem Gegner gelang während der gesamten Begegnung nie mehr als der Ausgleich, einzige Ausnahme war hier das 1:0. Den besorgte mehrfach die nervenstarke Sabrina Neukamp, die bei sieben Strafwürfen stets erfolgreich war und so ihre Mannschaft im Spiel hielt. Beim 25:23 (48.) aus Sicht des Meisters lag die Vorentscheidung dann in der Luft, doch binnen weniger Aktionen drohte sich das Blatt komplett zu wenden. Michaela Seiffert traf zwei Mal in Serie und die nicht einsatzfähige Marianna Gubova leistete sich auf der Bank sitzend einen schweren Fauxpas. Sie kommentierte einen Pfiff der Schiedsrichter Martin Harms/Jörg Mahlich, was diese mit einer Zeitstrafe quittierten. Doch der Club sich ließ davon nicht aus dem Konzept bringen. Ania Rösler traf etwas mehr als vier Minuten vor Schluss zum 28:27. Darauf folgte noch der letztmalige Ausgleich durch Neukamp, ehe Katrin Dorna für 120 Sekunden vom Feld musste. Sie kam aber rechtzeitig vor Ende der Partie zurück und war mit dabei, als ihre Mannschaft die Chance zum Sieg hatte. Doch ein Fehlpass von Seiffert, die ausgerutscht war, spielte den Fränkinnen in die Karten und dann war der Schlusspunkt ausgerechnet Wohlbold vorbehalten, die in der kommenden Saison für Blomberg auflaufen wird. Der erste Teil eines vorgezogenen Abschiedsgeschenkes, der zweite könnte morgen mit dem Triumph im Finale folgen. Dafür haben sich nochmals zahlreiche Fans aus Nürnberg angekündigt, um ihre Truppe zum insgesamt dritten Pokalsieg zu schreien.

Torschützen:

Rösler (9/1), Wohlbold (7), Engel (6/1), Walzik (4), Rohde (2), Beck (1) - Neukamp (9/7), Mißling (6), Krüger, Seiffert (je 4), Ilves (3), K. Dorna (2)

Siebenmeter: 2/3 - 7/8

Zeitstrafen: 3 - 3

Samstag, 28. März 2009

Arbeitssieg in Dortmund

Mit einem Arbeitssieg beim Tabellenletzten aus Dortmund haben die Handballerinas sich wieder auf den vierten Platz der Tabelle gespielt. Am Ende hieß es 28:25 (13:12) aus Sicht des FCN, der sich vor allem in der Anfangsphase relativ schwer tat gegen die nun als Absteiger feststehenden Westfälinnen. Nach 12:56 Minuten traf Willemijn Karsten zum 7:4 für den BVB und auf Seiten der Gäste musste man das Schlimmste befürchten. Die Holländerin hatte bis dahin für mächtig Wirbel gesorgt und die Defensive des Clubs immer wieder vor Probleme gestellt. Doch kurze Zeit später verletzte sie sich und konnte fortan nicht mehr mitwirken. Genau in dieser Phase kämpften sich die Fränkinnen wieder zurück in die Partie, vor allem dank Franziska Beck und Kerstin Wohlbold, für die sich immer wieder recht große Lücken auftaten. Dumm nur, dass die im Angriff stark aufspielende Wohlbold gleich zu Beginn des zweiten Durchgangs von den unglaublich neben sich stehenden Schiedsrichtern Methe/Methe vorzeitig zum Duschen geschickt wurde. Somit fehlte dem FCN in der Offensive eine wichtige Stütze.

Zum Glück führte man zu diesem Zeitpunkt bereits mit drei Treffern und Christina Rohde erhöhte in Unterzahl sogar auf 16:12. Dortmund konnte danach aber wieder verkürzen und der Treffer von Miranda Robben zum 16:17 ließ die Borussinen wieder hoffen. Doch diese Hoffnung wurde durch den Club im Keim erstickt. Drei Tore in Serie und plötzlich hieß es wieder 20:16 für den FCN. Leider wurde durch die überharte Linie der beiden Unparteiischen der Spielfluss ständig unterbrochen, weshalb es den Gästen nicht möglich war, sich weiter vom BVB abzusetzen. Nur neun Sekunden nach dem 23:18 durch einen Siebenmeter von Rohde musste die Rückraumspielerin ebenfalls mit der dritten Zeitstrafe vom Feld und der Gegner kam wieder heran. Doch auch ohne sie und Wohlbold schaffte man es den Vorsprung über die Zeit zu bringen und zwei wichtige Zähler einzufahren. Sollte Leipzig morgen nun gegen Buxtehude punkten, stünde man zwei Spieltage vor Ende der regulären Saison auf Rang vier und hätte gute Aussichten auf die Playoffs, die man in jedem Fall noch aus eigener Kraft erreichen kann.

Torschützen:

Robben (10/6), Köhler (5), Karsten (3/1), Cocx, Fiedel, Paulus (je 2), Kunze (1) - Beck, Wohlbold (je 6), Engel (6/3), Rohde (4/1), Rösler (4/2), Walzik (2)

Siebenmeter: 7/9 - 6/9

Zeitstrafen: 6 - 10

Samstag, 21. März 2009

Bienen blamieren FCN

Hätte man vor der Partie einen Sieg der Gäste aus Mainfranken vorhergesagt, viele Experten hätten mit dem Kopf geschüttelt. Nach dem Spiel musste man jedoch anerkennen, dass der überraschende Erfolg der Rhein-Main-Bienen, die somit zum ersten Mal überhaupt den FCN bezwingen konnten, absolut verdient war. Der amtierende Meister verlor nach einer vor allem in der Defensive induskutablen Leistung mit 33:35 (16:21) gegen den Abstiegskandidaten, der somit einen großen Schritt in Richtung Klassenerhalt machte. Für den Club hingegen bedeutet die Pleite einen herben Rückschlag im Kampf um die Playoffs, zumal die Konkurrenz in den letzten Wochen nicht gerade mit Beständigkeit glänzte. Dabei begann die Partie verheißungsvoll, denn schnell führte man mit 2:0. Doch davon ließ sich der routinierte Gast, in dessen erster Sieben mit Katja Langkeit nur eine Deutsche stand, nicht beeindrucken. Schnell drehten die Bienen den Spieß um und gingen ihrerseits mit 3:2 in Front. Danach verlief die Begegnung relativ ausgeglichen, doch schon früh war zu erkennen, dass die Abwehr der Hausherrinnen an diesem Abend eher einem Schweizer Käse nahe kam, als der Bank von England. Immer wieder taten sich große Lücken auf, doch anstatt von der zu defensiven 6:0-Variante nach der ersten Auszeit bei 10:12-Rückstand sofort auf eine 5:1-Defensive umzustellen, agierten der FCN weiterhin nicht aggressiv genug und gerade im Zentrum der Abwehr kamen die Gäste viel zu oft zu leichten Toren. Folgerichtig setzten sich die Bienen immer mehr ab und die Zuschauer in der gut besuchten Halle am Berliner Platz trauten ihren Augen kaum, als es beim Stande von 16:21 in die Halbzeit ging.

Zu Beginn des zweiten Durchgangs startete man dann eine famose Aufholjagd, die allerdings begünstigt war von drei Strafzeiten gegen die Gäste innerhalb weniger Minuten. Auch bei doppelter Überzahl tat man sich beim Club zunächst schwer, ehe man zum Torerfolg kam. Zahlreiche Pässe über wenige Meter wurden ebenfalls nicht gefangen, was besonders auffällig war. Es schien, als wäre die Mannschaft teilweise wie gelähmt. Die Möglichkeit den Schwung weiter zu nutzen und sich absetzen ließ man verpuffen, dazu kamen direkt aufeinander folgende Zeistrafen gegen Kerstin Wohlbold und Christina Rohde. So blieben die Bienen weiter im Spiel und trotz einer 28:27-Führung vermochte es der Meister nicht, die beiden so wichtigen Punkte in Nürnberg zu behalten. In der entscheidenden Phase mangelte es den Fränkinnen an Kreativität und Cleverness, teilweise auch über die komplette Spielzeit an der passenden Einstellung. Die brachten die Bienen auf jeden Fall mit und freuten sich am Ende verdientermaßen über ihren Erfolg, den die junge Torhüterin Isabell Roch mit einigen Paraden in der Schlussphase sicherte. Mit Hinblick auf die Playoffs gilt es für den FCN nun einen Sieg in Dortmund einzufahren. Der BVB brillierte zuletzt trotz des Ausfalls einiger Stammspielerinnen mit einem Sieg in Leipzig, zuvor konnte man zuhause auch Frankfurt bezwingen. Es wartet also wahrlich keine leichte Aufgabe.

Torschützen:

Rösler (12/5), Engel (7/2), Beck (6), Wohlbold (3), Rohde, Walzik (je 2), Garcia-Almendaris (1) - Latakaite (8), Tichonowitsch (6/5), Jakubisova (1), Halasova, Langkeit, Zukauskaite (je 4), Stellbrink (3), Schmitt (1)

Siebenmeter: 7/7 - 6/9

Zeitstrafen: 4 - 4

Mittwoch, 11. März 2009

Leverkusen gewinnt Spitzenspiel

Im Spiel des Tabellenführers aus Leverkusen gegen den Zweiten aus Nürnberg verlor der Meister beim Dauerrivalen vom Rhein mit 22:25 (10:11) und fiel somit wieder auf den dritten Rang zurück. Es war keine schöne Partie, die den Zuschauern geboten wurde, kämpferisch allerdings befand sie sich auf höchstem Niveau. Nachdem die Mädels von Trainer Csaba Szücs die Anfangsphase verschlafen hatten und Bayer schnell mit 5:2 in Führung ging, fiel es den Gästen schwer dran zu bleiben. Die Truppe von Renate Wolf gab den Ton an, gerade Spielmachering Anna Loerper war auf Seiten des Spitzenreiters eben genau diese, sie lenkte das Spiel ihres Teams hervorragend und kam zudem auch noch selbst oft zum Abschluss. Daraus resultierte ein 8:12-Rückstand nach gut 20 Minuten aus Sicht der Clubberinnen. Danach stand zumindest die Defensive des Champions deutlich besser und man kassierte in den letzten zehn Minuten vor der Pause keinen Treffer mehr, da Marianna Gubova, die für Jana Krause ins Spiel gekommen war, ein sicherer Rückhalt für ihre Mannschaft war. Vorne ließ man zwar weiterhin viele Chancen ungenutzt, konnte aber noch zwei Tore erzielen und ging mit einem 10:12 in die Halbzeit.

Mit viel Schwung und zunächst wie verwandelt kamen die FCN-Handballerinas aus der Kabine. Schnell schaffte man den Ausgleich und beim 15:14 durch Christina Rohde ging der Club erstmals in Führung. Es sollte aber die einzige an diesem Abend bleiben. Das lag vor allem an den eigenen Nerven bzw. Leverkusens Torhüterin Clara Woltering, die insgesamt fünf Siebenmeter der Fränkinnen parieren konnte. Alleine drei davon verwarf Ania Rösler, die weder im Angriff, noch in der Abwehr ihr wahres Leistungsvermögen abrufen konnte. Da auch Rohde in der Offensive nicht ins Spiel kam waren es hauptsächlich Wirbelwind Franziska Beck, Sara Walzik und Kerstin Wohlbold, die die Akzente setzten. Gerade Beck kämpfte hier vorbildlich, doch Bayer trat geschlossener auf als der Club, hielt gekonnt dagegen und als Beck und Wohlbold kurz vor Schluss von den guten Schiedsrichtern vom Feld geschickt wurden, da machten die Gastgeberinnen den Sack endgültig zu. Ein Rückschlag im Kampf um die Playoffs, für die man in zehn Tagen gegen die Rhein-Main Bienen nun unbedingt wieder punkten muss.

Torschützen:

Loerper (13/8), Steinbach (4), Müller (3), Ahlgrimm, Byl, Bönighausen, Fillgert, Meier (je 1) - Beck (6), Walzik, Wohlbold (je 5), Engel (4/2), Rösler, Rohde (je 1)

Siebenmeter: 8/8 - 2/7

Zeitstrafen: 6 - 4

Freitag, 13. Februar 2009

DHB nominiert Nürnbergerinnen

Für die beiden Testländerspiele am 7. und 8. März in Neckarsulm bzw. Tübingen hat der DHB auch drei Nürnbergerinnen nominiert. Neben Torhüterin Jana Krause und Rückraumspielerin Ania Rösler ist auch EURO-Shootingstar Sara Walzik wieder mit von der Partie. Nicht im Kader befindet sich Christina Rohde, die aufgrund von Differenzen mit dem ehemaligen Bundestrainer Armin Emrich nach den kontinentalen Titelkämpfen in Mazedonien im Dezember ihren Rücktritt aus der Nationalmannschaft erklärt hatte. Sie hat allerdings angekündigt ihre Entscheidung nochmals zu überdenken, sobald der Verband den Namen von Emrichs Nachfolger bekannt gibt.

Samstag, 7. Februar 2009

Unnötiges Remis in Blomberg

In einer sehr hart umkämpften Begegnung verspielten die Handballdamen des FCN bei ProVital Blomberg-Lippe unnötig einen zweiten Zähler. Am Ende teilten sich beide Teams beim 19:19 (10:11) die Punkte. Das Unentschieden sicherte sich der Meister aber erst mit dem Schlusspfiff, als man einen direkten Freiwurf der Gastgeberinnen blocken konnte. Allerdings hatte man nur kurz zuvor die große Chance auf den Sieg vergeben. Bei einem Ballgewinn in der Defensive war Sara Walzik auf die Reise geschickt worden, hatte es aber mit zwei Gegenspielerinnen zu tun. Sie entschied sich daher für einen Pass auf Kerstin Wohlbold, die weiter auf die freie Christina Rohde spielte. Der Ball landete aber leicht im Rücken der Nationalspielerin und somit mussten die mitgereisten Fans noch zittern, ob es überhaupt zum Remis reichen würde. Eine Szene, die den Spielverlauf sehr gut widerspiegelte. In der Sporthalle an der Ulmenallee, gelegen im Niemandsland zwischen Paderborn und Hannover, konnten die Blomberger sich nämlich zu Beginn nur im Spiel halten, weil der Club mehrere klare Torchancen ausließ. Dabei glänzte vor allem Torhüterin Natalie Hagel, die einen absoluten Sahnetag erwischte. Alleine ihr war es zu verdanken, dass die Lipperländerinnen nicht mit einem Rückstand von fünf bis sechs Treffern in die Kabine gingen.

Auch in Halbzeit zwei änderte sich daran wenig, Hagel war weiterhin die beste Akteurin auf dem Feld, wobei ihr Gegenüber Jana Krause unter anderem drei Siebenmeter abwehren konnte und eine solide bis gute Leistung bot. Die Defensive brillierte also auf beiden Seiten, was auch das Ergebnis erklärt. Doch wie bereits erwähnt waren es die Gäste, die einen Sieg leichtfertig aus der Hand gaben, als sie Mitte der zweiten Hälfte mit zwei Toren führten und in Ballbesitz waren. Doch aus einem 3-Tore-Vorsprung, der die Partie wohl vorentschieden hätte, wurde nichts. Blomberg stellte im Tempogegenstoß den Anschluss her und fortan dominierte ProVital. Im Halbfeldspiel hatten die Fränkinnen nämlich große Probleme. Der Rückraum war eigentlich ein Totalausfall und man konnte kaum Druck auf die Abwehr des Gegners ausüben, der sich kurz vor dem Ende schon als Sieger wähnte. 19:17 hieß es nämlich, ehe Csaba Szücs eine Auszeit nahm und die Deckung deutlich offensiver ausrichtete. Das provozierte die nötigen Fehler bei Blomberg und Wohlbold war es vorbehalten den Ausgleich zu erzielen.

Aber nicht nur beim unglücklich vorgetragenen Angriff kurz vor Schluss wäre mehr drin gewesen, auch als noch gut 90 Sekunden zu spielen waren hätte man den Siegtreffer erzielen können. Doch anstatt auf ein Tor hinzuarbeiten besprach man aus Sicht der Schiedsrichter deutlich zu lange, welcher Spielzug zum Erfolg führen sollte. Durch das angezeigte Zeitspiel musste man aus einer wenig aussichtsreichen Situation abschließen und verschenkte so einen weiteren Zähler unnötig. Der Ärger hielt sich allerdings in Grenzen, als man von der Frankfurter Niederlage beim Tabellenletzten aus Dortmund erfuhr. Dadurch liegt der FCN nun auf Rang drei, nach Pluspunkten gleichauf mit dem FHC sowie Buxtehude. Erfreuliche Aussichten im Kampf um die Playoffs, für die man nun gegen Thüringen am 21. Februar (19 Uhr im BBZ) einen wichtigen Sieg einfahren möchte, bevor es nur wenige Tage später zum gleichen Gegner geht, wenn das Viertelfinale im DHB-Pokal auf dem Programm steht.

Torschützen:

Ilyes (6/3), Seiffert (4/1), Mißling, Neukamp (je 3), Dorna (2), Leppert (1) - Beck (7), Rösler (5/3), Walzik (3), Rohde, Wohlbold (je 2)

Siebenmeter: 4/6 - 3/3

Zeitstrafen: 2 - 4

Mittwoch, 21. Januar 2009

Keine Rohde, kein Problem

Allen finanziellen Hiobsbotschaften zum Trotz und größtenteils ohne die angeschlagene Christina Rohde konnten die FCN-Handballdamen am Abend einen sehr wichtigen und zudem souveränen Sieg gegen den VfL Oldenburg einfahren. Mit 32:27 (19:10) setzte man sich fast schon leicht und locker gegen die Norddeutschen durch und rückte durch den Erfolg außerdem zwei Zähler näher an die Playoff-Ränge heran. Recht offen war die Begegnung noch zu Beginn, als die Gäste mithalten konnten und die Zuschauer in der Halle mit ansehen mussten, wie der VfL sogar mit 5:4 in Führung ging. Doch das schien nur ein Strohfeuer zu sein und fortan bestimmte der Club das Geschehen. Und das, obwohl nach gut zehn Minuten die bereits erwähnte Rohde aufgrund von Wadenproblemen vom Feld musste. Katrin Engel rückte in den Rückraum sowie in den Mittelblock, Lisa Gebhard übernahm ihre Position auf Rechtsaußen. Angeführt von der im ersten Durchgang überragenden Kerstin Wohlbold (sechs Treffer) sowie der im Abschluss starken Sara Walzik setzte man sich nach dem 8:8 ab und baute den Vorsprung über 12:9 und 17:10 zum Pausenstand von 19:10 aus.

Stark und deutlich verbessert präsentierte sich im Vergleich zu den letzten Partien auch Torhüterin Jana Krause. Die Nationalspielerin entschärfte gleich mehrere Siebenmeter von Oldenburg und strahle die zuletzt vermisste Sicherheit aus, die ihre Kolleginnen förmlich anzustecken schien. Oldenburg war völlig verunsichert und die Partie schon frühzeitig entschieden, spätestens Mitte der zweiten Halbzeit. Dort schickte Csaba Szücs nämlich die Nachwuchskräfte aufs Feld, die den Sieg sicher nach Hause fuhren. Ein wichtiges Signal vor der Begegnung gegen Buxtehude am Samstag. Immerhin ist der VfL einer der wichtigsten Konkurrenten im Kampf um Platz vier. Umso erstaunlicher, mit welcher Leichtigkeit man die Nordlichter bezwingen konnte. Das sollte auf jeden Fall genug Selbstvertrauen für die kommenden Aufgaben geben.

Torschützen: Rösler (9/3), Wohlbold (8), Walzik (7), Beck (3), Scheffknecht (2), Engel, Gebhard, Stockhorst (je 1) - Wenzl (6), Fagerhus (6/6), Geschke, Neuendorf (je 4), Badenhop, Scholl (je 2), Gümmer, Kethorn, Parchina (je 1)

Siebenmeter: 3/5 - 6/11

Zeitstrafen: 1 - 0

Freitag, 16. Januar 2009

Club mit Sieg zum Abschied

Die FCN-Handballdamen können auch in Europa noch mithalten. Das demonstrierte das letzte Spiel der Gruppenphase in der Champions League gegen Metz, das man mit 33:30 (15:15) für sich entscheiden konnte. Damit feierte man nach fünf Niederlagen zuvor doch noch einen versöhnlichen Abschluss, dem leider nur 1.397 Zuschauer beiwohnten. Bei der gezeigten Leistung des Clubs hätten sie allerdings mehr Zuspruch verdient gehabt. Gerade nach der Pause bot man eine sehr gute Vorstellung, vor dem Seitenwechsel verlief die Partie größtenteils ausgeglichen. Nie konnte sich eine Mannschaft wirklich absetzen, mal führte das eine Team, mal das andere. Die Zwischenstände von 2:2, 7:7 und 11:11 sowie das 15:15 nach 30 Minuten spiegelten den Verlauf sehr gut wieder. Doch mit dem Halbzeitpfiff war klar, dass die Fränkinnen in doppelter Überzahl aus der Kabine kommen würden. Die Chancen standen also gut, um sich erstmals abzusetzen.

Diese konnte man dann auch nutzen und binnen kürzester Zeit erarbeitete man sich eine 25:20-Führung, angeführt von der wurfsicheren Katrin Engel und eine sehr starken Marianna Gubova im Tor, die unter anderem zwei Siebenmeter des französischen Meisters entschärfen konnte. Es lief vor allem auch, weil endlich mal alle Rückraumstammkräfte gleichzeitig eine solide bis gute Partie ablieferten, was bisher in dieser Saison eher selten vorgekommen war. Das Trio Rösler/Wohlbold/Rohde agierte auf hohem Niveau, im Gegensatz zum Schiedsrichter-Duo Pandzic/Satordzija, das die Nominierung für die höchste Spielklasse im Frauenhandball zu keinem Zeitpunkt rechtfertigen konnte. Ihnen sollte es allerdings nicht gelingen, die FCN-Damen vom verdienten Sieg abzuhalten.

Torschützen: Rösler (10/4), Engel (8/1), Rohde, Wohlbold (je 4), Beck, (3), Walzik (2), Jäger, Scheffknecht (je 1) - Kysucanova (5), Poznarova (5/3), Ayglon, Guehl, Piejos, Wendling (je 3), Ognjenovic (3/1), Horacek, Lovric (je 2), François (1)

Siebenmeter: 5/5 - 4/6

Zeitstrafen: 5 - 5

Samstag, 10. Januar 2009

Ljubljana im Schongang zum Sieg

Für die FCN-Handballdamen setzte es auch im fünften Spiel der diesjährigen Champions League-Saison eine Niederlage. Bei Krim Mercator Ljubljana verlor man mit 25:33 (9:17) und kann somit auch mit einem Sieg gegen Metz am Freitag nicht mehr den dritten Platz der Gruppe erreichen, der zur weiteren Teilnahme am EHF-Pokal berechtigt hätte. Die erste Hiobsbotschafte hatte Trainer Csaba Szücs bereits vor dem Anpfiff ereilt. Kerstin Wohlbold musste aufgrund von Fieber passen und somit fehlte im Rückraum eine wichtige Stütze. Das Ganze spitzte sich im Laufe der ersten Halbzeit sogar noch zu, als Ania Rösler an der Nase verletzt wurde und somit ebenfalls auf der Bank Platz nehmen musste. Daher fehlte im Angriff die Sicherheit im Passspiel und die Sloweninnen konnten dies zu zahlreichen Toren in der ersten Welle ausnutzen. Außerdem gesellte sich mit Franzi Beck eine weitere Akteurin zur Verletztenliste, die Außenspielerin hatte mit massiven Leistenproblemen zu kämpfen. Zahlreiche Gründe, warum Krim bis zur Pause auf 17:9 davon zog.

Nach dem Seitenwechsel ließen es die Gastgeberinnen etwas lockerer angehen, aber nicht nur deswegen wurde der Rückstand für die Fränkinnen, unterstützt von einigen tapferen Ultras, nicht wirklic größer, sondern hielt sich im Rahmen. Ein Trio war dafür verantwortlich, das aus Christina Rohde, Beate Scheffknecht und Marianna Gubova bestand. Letztere hatte früh Jana Krause zwischen den Pfosten ersetzt und lieferte eine gute Leistung ab. Sie verlieh der Abwehr etwas mehr Sicherheit als zuvor Krause und vorne konnten Rohde und die junge Scheffknecht, die ihr bislang bestes Spiel im Club-Trikot absolvierte und insgesamt auf sechs Treffer kam, auch aus dem Rückraum erfolgreich abschließen. Scheffknecht trat vor allem unbekümmert auf, was ihr bisher in ihrer meist knappen Einsatzzeit eher selten gelang. Ihr Talent steht allerdings außer Frage, wie auch der Auftritt in Ljubljana zeigte. Zum Sieg reichte es natürlich nicht, aber zumindest wurde es nicht die nach der ersten Halbzeit drohende Demontage.

Torschützen:

Mörtel (9/3), Golubic (6), Lekic (6/1), Oder (4), Cerar, Vergeljuk (je 2), Bodnieva, Damjanovic, Mavsar, Varlec (je 1) - Rohde (7), Scheffknecht (6), Walzik (5), Engel, Jäger (je 2), Rösler (2/1), Schorradt (1)

Siebenmeter: 4/5 - 1/1

Zeitstrafen: 3 - 4

Mittwoch, 7. Januar 2009

Pleitenserie gestoppt, FCN im Viertelfinale

Mit einem 30:27 (15:12)-Erfolg gegen den ewigen Rivalen Bayer Leverkusen haben die FCN-Handballdamen das Viertelfinale im diesjährigen DHB-Pokal erreicht. Nach zuletzt fünf Niederlagen in Serie setzte man mit dem Sieg ein sportliches Ausrufezeichen. Der amtierende Meister lebt also noch und lieferte eine solide Partie ab, wobei allerdings noch Spielraum nach oben ist. So verschlief man beispielsweise nicht zum ersten Mal in dieser Saison die Anfangsphase und lag schnell mit 0:3 zurück. Doch die Gastgeberinnen fanden zum Glück schnell ins Spiel zurück, was unter anderem mit der ersten Zeitstrafe von Bayer-Star Laura Steinbach zu tun hatte. Es sollte nicht die letzte für die wurfgewaltige Halblinke an diesem Abend bleiben. Bereits nach zehn Minuten musste Steinbach zum zweiten Mal auf die Strafbank, da führte der Club bereits mit 6:5 und baute, angeführt von Christina Rohde, den Vorsprung langsam aber sicher aus. Nach dem torlosen Spiel gegen Viborg am Wochenende blühte die Nationalspielerin nach einem Fehlwurf zu Beginn regelrecht auf und traf innerhalb kürzester Zeit drei Mal ins Schwarze.

Bis zur Pause konnte mal der FCN, mal Bayer für wenigen Minuten den Ton angeben. So hieß es zunächst 10:6 aus Sicht der Fränkinnen, dann 10:9 und zur Halbzeit schließlich 15:12. Nach dem Seitenwechsel dann wohl die entscheidende Szene der Partie: Steinbach kassierte bei einem Nürnberger Angriff in der zweiten Welle ihre dritte Zeitstrafe bereits in Minute 37 und stand fortan ihrem Team nicht mehr zur Verfügung. Das spürte man bei den Gästen deutlich, da in der Offensive nun die Optionen fehlten und Anna Loerper mehr oder weniger auf sich alleine gestellt war. Die Ideenlosigkeit im Leverkusener Angriff war aber auch eine Folge der guten Nürnberger Abwehr. In der Folgezeit setzte sich der Club auf 21:16 ab und verwaltete den Vorsprung mehr oder weniger nur noch. Wenn es kurz davor war nochmals eng zu werden konnte Torhüterin Jana Krause ihre Klasse beweisen und legte einige Glanzparaden hin. Dass man am Ende nur mit drei Treffern Differenz gewann interessierte niemanden mehr, das Viertelfinale war erreicht, immerhin nach einem Sieg gegen den Tabellenführer der Liga.

Torschützen:

Rösler (9/5), Beck, Engel (je 5), Rohde, Walzik (je 4), Wohlbold (2), Schorradt (1) - Loerper (14/8), Byl (3), Meier, Müller, Steinbach, Weigelt (je 2), Ahlgrimm, Fillgert (je 1)

Siebenmeter: 5/6 - 8/9

Zeitstrafen: 6 - 6

Donnerstag, 20. November 2008

Saison 08/09 - Halbzeitfazit

In der Hinrunde der aktuellen Saison steht zwar noch ein Spieltag aus, aber die EM-Pause gibt uns die Gelegenheit ein erstes Fazit zu ziehen. Nach zehn Partien steht der 1. FC Nürnberg auf dem neunten Platz der Tabelle, rein sportlich gesehen wäre man punktgleich mit dem Zweiten Leverkusen derzeit Dritter. Würde man also nicht wegen der Fristversäumnisse vier Punkte abgezogen bekommen, dann stünde man eigentlich sehr gut da in Anbetracht der Tatsache, dass es vor Beginn der Spielzeit einen erneuten Aderlass im Kader gab. Gleich vier Stammkräfte sowie das Trainergespann verabschiedeten sich aus Nürnberg. Neben dem Duo Herbert und Helfried Müller, dass durch Csaba Szücs ersetzt wurde, verließen Miriam Simakova, Steffi Ofenböck, Petra Popluharova und Maja Sommerlund den Verein. Auch Simone Luber und Alexandra Kubasta stehen nicht mehr zur Verfügung.

Dennoch schaffte man es fast schon sensationell nach der Auftaktpleite bei Aufsteiger Göppingen die Kurve zu kriegen und sich in die Saison förmlich hinein zu kämpfen, obwohl man wie schon so oft mit herben Rückschlägen leben musste. So verweigerte die EHF die Austragung der Champions League-Partien in der Halle am Berliner Platz, weshalb man zunächst nach Bamberg ausweichen wollte, sich schlussendlich aber für die Arena Nürnberger Versicherungen entschied, was zusätzliche Kosten mit sich brachte. Hinzu kam die schwere Verletzung von Neuzugang Franziska Garcia-Almendaris, die als Kreisläuferin eigentlich gesetzt war. Sie riss sich beim Vorbereitungsturnier in Schmelz das Kreuzband und sorgte so unfreiwillig dafür, dass Sara Walzik ihre Position in der Offensive übernehmen musste, nur teilweise entlastet von Nachwuchshoffnung Tanja Schorradt. So fehlte Walzik natürlich auf ihrer angestammten Linksaußen-Position, wo nun Franziska Beck fast immer 60 Minuten auf dem Feld steht. Ein großes Risiko, wer die Karriere der gebürtigen Nürnbergerin bisher verfolgt hat. Aber nicht nur für sie ist die Belastung immens hoch, auch der Rückraum hat unter den fehlenden finanziellen Mitteln arg zu leiden.

Da für Beate Scheffknecht der Sprung aus der österreichischen Liga nach Deutschland nicht auf Anhieb zu packen war, immerhin ist sie auch erst 18 Jahre alt, war der Druck auf das Trio Ania Rösler, Kerstin Wohlbold und Christina Rohde extrem hoch. Als Wohlbold dann gegen Trier erkrankt fehlte, musste Linda Jäger (17) in die Bresche springen. Am Ende sprang ein Remis (27:27) heraus. Auch wenn Jäger ihre Sache sehr ordentlich machte, nicht immer konnte ein leistungsmäßiger Ausfall des Rückraum-Trios von den Youngstern kompensiert werden. Gerade in der Champions League machten sich die körperlichen Defizite ziemlich bemerkbar, weshalb man nach drei Partien mit 0:6 Zählern hinter den punktgleichen Teams aus Viborg, Ljubiljana und Metz (je 4:2) am Ende der Gruppe D steht und eigentlich schon ausgeschieden ist.

In der Liga hingegen konnte man durch die individuelle Klasse der einzelnen Spielerinnen sechs Siege einfahren, auch wenn man dabei etwas Glück hatte, denn die Partie beim Thüringer HC hatte man eigentlich verloren. Der Gegner wurde aber für die eigene Dummheit bestraft und die Punkte am grünen Tisch dem Club zugesprochen, da die Erfurter eine nicht spielberechtigte Akteurin eingesetzt hatten. Zu den sechs Erfolgen kommt das bereits erwähnte Remis gegen Trier. Wichtige Siege fuhr man zu Beginn vor allem in Oldenburg und Buxtehude ein, die beide noch vor dem FCN platziert sind.

Aktuell ist man zwar drei Punkte von den Playoff-Rängen entfernt, für ein Erreichen der Finalrunden sprechen aber gleiche mehrere Punkte. So trägt man sieben der verbleibenden zwölf Partien noch in eigener Halle aus, darunter eine Serie von drei Spielen hintereinander, in der man die direkte Konkurrenz aus Oldenburg, Buxtehude und Göppingen empfängt. Außerdem zeigen die anderen Mannschaften sehr schwankende Leistungen, weshalb der Abstand auf die vorderen Plätze noch nicht allzu groß ist. Die anstehende Rückkehr von Almendaris gibt zudem weitere Hoffnung.

Neben der individuellen Stärke, immerhin sind mit Rösler, Walzik, Rohde und Torhüterin Jana Krause gleich vier Cluberinnen im DHB-Kader der EURO zu finden, konnte man vor allem mit einer soliden Defensive überzeugen. Krause etablierte sich vor Marianna Gubova als neue Nummer eins im Nürnberger Kasten, bildet mit der erfahrenen Slowakin aber wohl das beste Gespann der Liga. Nicht ohne Grund hat man mit 248 Treffern die wenigsten Gegentore aller Teams kassiert. Dafür haperte es teilweise in der Offensive etwas an Kreativität und Spritzigkeit, Letzteres natürlich verständlich angesichts des Mammutprogramms der letzten Wochen mit zahlreichen Auswärtsspielen, unter anderem in Viborg und Metz.

Trotzdem sollte man mit den bisher gezeigten Leistungen des Teams zufrieden sein und optimistisch in die zweite Saisonhälfte gehen. Auch im Pokal ist man noch vertreten, wenn auch mit Leverkusen ein harter Brocken in der nächsten Runde wartet. Immerhin genießt man Heimrecht und hat noch eine Rechnung mit den Rheinländerinnen zu begleichen. Gegen Bayer setzte es nämlich die bisher einzige Niederlage in der BBZ, als man unglücklich mit 26:27 unterlag. Ein weiterer Beleg dafür wie eng es zugeht in einer Meisterschaft, wo den Ersten nur sechs Zähler vom Zehnten trennen. Es scheint also alles möglich, zumindest national.

Dienstag, 18. November 2008

Rohde für EURO nachnominiert

Aus dem FCN-Trio für die EURO in Mazedonien ist seit heute ein Quartett geworden. Bundestrainer Armin Emrich nominierte Christina Rohde für die Leipzigerin Susann Müller nach, die sich aufgrund der Dauerbelastung seit mittlerweile drei Jahren zu einem Verzicht entschloss. Rohde wir nun also nach der morgigen Partie beim HC Leipzig zusammen mit Ania Rösler, Jana Krause und Sara Walzik zum Nationalmannschafts-Lehrgang ins SportCentrum Kamen-Kaiserau reisen und dort die Vorbereitung auf die kontinentalen Titelkämpfe im Dezember beginnen. Durch die Nominierung von Rohde gehen Club-Trainer Csaba Szücs für die kommenden Wochen immer mehr die Spielerinnen aus, da auch mit Katrin Engel und Beate Scheffknecht, für Österreich, zwei weitere Akteurinnen für ihr Nationalteam im Einsatz sein werden. Je nach Abschneiden der jeweiligen Teams kehrt das Sextett dann aber bis spätestens zum 15. Dezember nach Franken zurück, einen Tag zuvor geht die EURO in Skopje zu Ende.

Samstag, 15. November 2008

Metz gewinnt, Club zu unkonzentriert

In Metz setzte es nach einer tollen Anfangsphase für die Handballerinas eine eigentlich vollkommen unnötige 24:32 (14:16)-Niederlage und die dritte Pleite im dritten Spiel. Die Hauptrunde ist somit in weite Ferne gerückt, erst recht durch den sensationellen Erfolg von Ljubiljana, das Viborg mit 38:34 (20:22) bezwingen konnte. Das Trio liegt nun mit je 4:2 Zählern an der Spitze der Gruppe D, während es beim Club 0:6 Punkte sind. Nach einer tollen Anfangsphase führten die Gäste in der mit 3.800 Besuchern gut besetzten Halle in Nordfrankreich mit 6:3. Dabei konnte vor allem Torhüterin Jana Krause glänzen, die einen Wurf nach dem anderen parierte und ihren Vorderleuten so die nötige Sicherheit verlieh. Highlight des starken Beginns war ein Kempa-Tor durch Katrin Engel nach einem Freiwurf. Der FCN verlor dann allerdings etwas den Faden und nach gut 20 Minuten ging Metz dann erstmals in Führung, 9:10 hieß es zu diesem Zeitpunkt aus Sicht der Gäste. Es folgte zwar noch der Ausgleich durch Franziska Beck, aber fortan drückte der französische Meister der Partie den Stempel auf, auch wenn Kerstin Wohlbold nochmal das 12:12 gelingen sollte. Bis zur Pause hatten sich die Gastgeberinnen dann auf 16:14 abgesetzt.

In Halbzeit zwei häuften sich dann die Fehler beim Club. Unerklärlich vor allem viele technische Fehler und Pässe, die im Seitenaus oder beim Gegner landeten. Der mit zahlreichen Nationalspielerinnen besetzte Kontrahent nutzte die sich bietenden Gelegenheiten im Tempogegenstoß und der zweiten Welle routiniert aus und setzte sich so immer weiter ab. Marianna Gubova war nach dem Seitenwechsel zwischen die Nürnberger Pfosten gerückt und konnte trotz einer ordentlichen Leistung nicht an die Vorstellung von Krause anknüpfen, auch wenn sie wie erwähnt häufig auf sich alleine gestellt war. Ein weiteres Problem war zudem, dass der Rückraum des Clubs kaum noch richtig Druck auf die Defensive von Metz ausüben konnte, weshalb auch Beate Scheffknecht recht frühzeitig Rösler ersetzte, die es später wiederum auf Christina Rohdes Position versuchte, die ebenfalls nicht ihren besten Tag erwischt hatte. Dennoch schaffte man es sich nochmals auf 21:24 heranzukämpfen. Im nächsten Angriff landete der Wurf von Wohlbold aber bei Metz-Torhüterin Amandine Leynaud und danach erzielten die Französinnen direkt zwei schnelle Treffer. Im Anschluss gelang dem Club nicht mehr sehr viel, während der Gegner einem sicheren Sieg entgegen steuerte.

Torschützen: Piejos (7), Kamto (6), Ognjenovic (5/3), Lovric (4), Horacek, Kysucanova (je 3), Guehl, Ayglon, Wendling, Francois (je 1) - Engel (7), Beck (5), Rösler (5/4), Walzik, Wohlbold (je 2), Rohde (1)

Mittwoch, 12. November 2008

Fans verzückt, FCN "Erster"

Mit einer souveränen Vorstellung hat der FCN Handball am Abend durch einen 33:26 (18:14)-Sieg gegen Borussia Dortmund die virtuelle Tabellenführung übernommen. Ohne die vier Punkte Abzug am Ende der Saison stünde die Truppe um Spielführerin Ania Rösler nach neun Runden auf dem ersten Platz. Gegen den Aufsteiger aus dem Ruhrgebiet war die Halblinke im Gegensatz zur Partie in Viborg wieder von Beginn an mit dabei und trotzte ihren Beschwerden an der Achillessehne. Der Club legte vor gut 600 Zuschauern los wie die Feuerwehr und führte nach wenigen Minuten bereits mit 6:2. Doch danach ließ man es etwas zu locker angehen und schluderte mit den sich bietenden Tormöglichkeiten. Zwei schnelle Treffer von Gesine Paulus brachten den ohne den neuen Trainer Gustl Wilke angereisten BVB auf 4:6 heran, wenig später war der Rückstand der Gäste beim Stande von 6:7 auf ein Tor geschmolzen. Doch danach rappelten sich die Fränkinnen wieder auf und gerade Christina Rohde war in dieser Phase nicht zu stoppen. Sie traf vier Mal in Serie für ihr Team und über 13:10 setzte man sich kontinuierlich ab, um mit einer 4-Tore-Führung in die Pause zu gehen. Einen höheren Vorsprung vergab man allerdings kläglich, als man eine doppelte Überzahlsituation nicht clever genug ausspielte.

In der zweiten Hälfte begann man auf Seiten des FCN wieder mit der Konzentration der ersten Minuten. Dadurch konnte man sich immer weiter absetzen, während den Dortmunderinnen gerade im Angriff oft die Ideen, allen voran aber die nötigen Mittel fehlten, um den Innenblock des Meisters wirklich zu gefährden. Auf der Gegenseite lief Sara Walzik einen Tempogegenstoß nach dem anderen und kam immer wieder zu leichten Treffern. Sie beendete den Abend mit ihren sieben Toren als beste Schützin beim Club. Sehr stark auch der Auftritt von Marianna Gubova, die in der zweiten Halbzeit zwischen den Pfosten stand. Sie glänzte vor allem bei Würfen von Außen und zeigte dort ihre Klasse. Mit zunehmender Spieldauer wurde der Abstand zwischen beiden Teams immer größer, was FCN-Coach Csaba Szücs dazu veranlasste seine Leistungsträgerinnen zu schonen. Gut 19 Minuten vor dem Ende ersetzte Beate Scheffknecht Nationalspielerin Rösler in der Offensive. Sie musste zwar umgehend eine Strafzeit absitzen, danach deutete sie jedoch mit zwei schönen Toren ihr Talent an. In den letzten zehn Minuten betrug das Durchschnittsalter bei den Gastgeberinnen dann 19,7 Jahre! Mit Sabine Stockhorst im Tor und ihre Zwillingsschwester Christina auf Linksaußen, Scheffknecht, Linda Jäger und Katrin Engel im Rückraum, Lisa Gebhard (die ihr erstes Bundesligator erzielte) auf Rechtsaußen und Tanja Schorradt am Kreis wurde der Sieg locker nach Hause gebracht. Alles in allem ein rundum gelungener Abend in der Halle am Berliner Platz.

Torschützen: Walzik (7), Engel (6/3), Rohde (5), Rösler (5/1), Beck, Wohlbold (je 3), Scheffknecht (2), Gebhard, Schorradt (je 1) - Robben (8/4), Porvaznikova (5/2), Karsten (4), Cocx (3/1), Lütz, Paulus (je 2), Spriestersbach (1), Busch (1/1)

Siebenmeter: 4/6 - 8/9

Zeitstrafen: 6 - 5

Samstag, 8. November 2008

Klare Niederlage in Viborg

Am zweiten Vorrundenspieltag der Champions League verloren die Handballerinas klar und deutlich mit 30:39 (12:20) in Viborg. Das dänische Team um die Deutschen Grit Jurack, die mit 15 Treffern überragte, und Anja Althaus (Nora Reiche fehlte verletzt) zeigte sich in allen Belangen überlegen und fuhr einen souveränen Sieg ein. Dabei mussten sich die Gäste für ihre Leistung alles andere als schämen, denn man konnte gerade in der Anfangsphase absolut mithalten und war beim Stande von 10:10 sogar in Ballbesitz. Der Wurf von Kerstin Wohlbold landete allerdings am Pfosten und fortan war bis zur Pause der Wurm drin bei den Cluberinnen. Viele technische Fehler führten dazu, dass Viborg in der ersten und zweiten Welle zu leichten Toren kam. Hierbei glänzte immer wieder Jurack, die sich nur wenige Fehlversuche leistete. Der FCN, bei dem die angeschlagene Ania Rösler nur für Siebenmeter auf das Feld kam (sie verwandelte vier von sechs Versuchen) agierte Beate Scheffknecht im linken Rückraum, in der Abwehr wurde sie durch Linda Jäger ersetzt. Die 17-jährige machte ihre Aufgabe gut, doch gegen Jurack und die ebenfalls glänzend aufgelegte Bojana Popovic war es natürlich extrem schwer. Zur Halbzeit lag der Favorit mit acht Treffern vorne.

Nach dem Seitenwechsel plätscherte die Begegnung dann lange vor sich hin, bis die von Christina Rohde (wurde als beste Spielerin ihres Teams ausgezeichnet) als Leitwolf angeführte Truppe auf 25:29 verkürzte. Danach wachte Viborg wieder auf und konnte gerade die körperliche Überlegenheit in der Defensive nutzen und so erneut einige Treffer im Tempogegenstoß erzielen, die den Abstand wieder vergrößerten. Hinzu kam, dass die Kräfte bei den Gästen nachließen und man im Angriff zwar durchaus ordentlich agierte, mehr aber auch nicht. Der Unterschied zwischen einem europäischen Spitzenteam und den Fränkinnen war klar zu erkennen. Dass am Ende eine Niederlage stand war daher nur die logische Konsequenz. Dennoch konnten die Handballerinas erhobenen Hauptes die Halle verlassen und sich auch über die Tore der jungen Tanja Schorradt, die zwei Mal traf, und Lisa Gebhard, ein Mal erfolgreich, freuen. Bitter allerdings, dass Metz völlig überraschend in Ljubiljana gewann und man so nun Tabellenletzter der Vorrundengruppe D ist. Zum Glück kann man bereits am Mittwoch in der Liga gegen Borussia Dortmund, die mit einem neuen Trainer nach Nürnberg reisen werden, die Resultate der Champions League vergessen machen.

Torschützen:

Jurack (15/1), Popovic (10/3), Skov, Mikkelsen (je 4), Nielsen (3), Althaus (2), Lunde (1) - Rohde (8), Walzik (5), Rösler (4/4), Beck, Wohlbold (je 3), Engel, Scheffknecht, Schorradt (je 2), Gebhard (1)

Siebenmeter: 4/4 - 4/6

Zeitstrafen: 1 - 5