Viel wurde spekuliert vor dem Pokalspiel der dritten Runde beim SC Markranstädt. Würden die Mädels von Trainer Csaba Szücs ihr gute Leistung vom Wochenende bestätigen können oder haben die Spielerinnen schon die Champions League-Partie am Sonntag im Hinterkopf? Und wie stark ist der aufstrebende Zweiligist aus dem Leipziger Vorort wirklich? Die Antworten gaben die Handballerinas direkt zu Beginn. Der Meister aus Franken war in allen Belangen überlegen, während die Piranhas viel zu wenig Biss zeigten. Ihre körperliche und spielerische Überlegenheit nutzten die Gäste immer wieder aus und kamen so zu einfachen Toren. Gerade Ania Rösler zeigte hier ihre Klasse und verwandelte sensationelle zwölf Siebenmeter (ohne einen einzigen Fehlversuch), oft herausgeholt von Franzi Beck, Sara Walzik oder Kerstin Wohlbold, die von ihren Gegenspielerinnen nie unter Kontrolle zu kriegen waren. So hatten die Sächsinnen keine wirkliche Möglichkeit, um den schnellen Rückstand aus der Anfangsphase auszugleichen und in die Begegnung zurückzufinden.
Nachdem man zur Pause souverän mit 21:14 führte, verwaltete man auf Seiten der Fränkinnen den Vorsprung nach dem Seitenwechsel, der sich zwischen sieben und neun Toren einpegelte. FCN-Coach Szücs machte zu diesem Zeitpunkt das einzig Richtige, indem er seine Leistungsträgerinnen schonte und den Nachwuchs wichtige Spielpraxis sammeln ließ. Ob Tanja Schorradt am Kreis, Linda Jäger oder Beate Scheffknecht im Rückraum oder Lisa Gebhard auf Rechtsaußen, niemand konnte sich an diesem Abend über mangelnde Einsatzzeit beschweren. Im Tor konnte auch Sabine Stockhorst mit einem gehaltenen Strafwurf glänzen, während ihre Zwillingsschwester Christina nach langer Verletzungspause ihr erstes Tor in einem Pflichtspiel für den Pokalfinalisten der Vorsaison erzielte. Am Ende war der 38:29-Erfolg so ein rundum gelungener Auftritt vor dem ersten internationalen Einsatz am kommenden Sonntag gegen Krim Ljubiljana. Dort wartet dann ein Gegner ganz anderen Kalibers in der Nürnberger Arena auf die Handballerinas, die auf die Unterstützung zahlreicher Fans hoffen. Bisher lief der Kartenvorverkauf eher schleppend, aber die sportlichen Leistungen der letzten Tage sollten auch den letzten Skeptiker überzeugt haben.
Torschützen: Kowalska (12/10), Geheb (6), Hellmann, List (je 4), Bones, Kyskite, Wenke (je 1) - Rösler (15/12), Beck, Walzik (je 5), Engel (4), Scheffknecht, Wohlbold (je 3), Rohde (2), Stockhorst (1)
Siebenmeter: 10/12 - 12/12
Zeitstrafen: 6 - 4
Mittwoch, 29. Oktober 2008
Cluberinnen im Pokal-Achtelfinale
Mittwoch, 8. Oktober 2008
Markranstädt nächster Gegner im DHB-Pokal
In Hildesheim sind heute unter der Leitung von Erika Petersen (HBVF-Offizielle) die Begegnungen der dritten Runde des DHB-Pokals der Frauen ausgelost worden. Dabei hätte es für die Handballerinas schlimmer kommen können. Für den amtierenden Meister geht es nach Sachsen zum SC Markranstädt, aktuell Dritter der zweiten Liga Nord. Das einzige Duell zwischen zwei Erstligisten bestreiten ProVital Blomberg-Lippe und Aufsteiger Borussia Dortmund. Titelverteidiger HC Leipzig muss zum Zweitligisten BVG 49 nach Berlin reisen. Die Spiele werden am 1. und 2. November, einem Wochenende, ausgetragen.
Die Begegnungen im Überblick:
SC Markranstädt - 1. FC Nürnberg
VfL Oldenburg II-PSV Recklinghausen
SV Union Halle-Neustadt - Buxtehuder SV
TSG Wismar - VfL Oldenburg
SG Handball Rosengarten - SC Greven 09
SV BVG 49 Berlin - HC Leipzig (TV)
ProVital Blomberg-Lippe-Borussia Dortmund
TSV Nord Harrislee - FHC Frankfurt/Oder
SVG Celle - TSV Travemünde
VfL Sindelfingen - HSG Bensheim-Auerbach
TV Mainzlar - Thüringer HC
1. FSV Mainz 05 - Rhein-Main Bienen
SV Allensbach - Frisch Auf Göppingen
TV Beyeröhde - Bayer Leverkusen
TuS Bannberscheid - DJK/MJC Trier
TuS Metzingen-BSV Zwickau