Im letzten Spiel des 1. FC Nürnberg in der Bundesliga verabschiedete sich die Mannschaft mit einem 34:34 (15:13)-Unentschieden von ihren Fans konnte sich zumindest offiziell die Teilnahme an den Platzierungsspielen um Rang fünf gegen Frisch Auf Göppingen sichern. Ob das Recht darauf wahrgenommen wird, wovon allerdings nicht auszugehen ist, entscheidet nun der Insolvenzverwalter in den nächsten Tagen. Die Schwaben bevorzugen wohl allerdings die Variante der frühzeitigen Sommerpause. In jedem Falle war es eine komische Atmosphäre, die über dem Spiel lag. Ohne das verletzte Quartett Katrin Engel, Christina Rohde, Beate Scheffknecht und Christina Stockhorst konnte man den als kampfstark bekannten Gästen aus dem Lipperland erfolgreich Paroli bieten und so entwickelte sich eine interessante Begegnung, in der die Führung häufig wechselte. Die gut aufgelegte Jana Krause im Nürnberger Kasten konnte dabei mir ihren Paraden dafür sorgen, dass es mit einem knappen Vorsprung in die Pause ging.
In der zweiten Halbzeit begann dann Marianna Gubova zwischen den Pfosten des FCN, in den letzten zehn Minuten durfte auch Sabine Stockhorst ran. Sie erzielte zuvor sogar aus dem Feld einen Treffer, wie auch Lisa Gebhard und Tanja Schorradt. Alleine die Auflistung der Torschützinnen zeigt, dass Trainer Csaba Szücs in der letzten Begegnung jeder Spielerin die Gelegenheit gab, sich nochmals auszuzeichnen. Dabei kam es allerdings kaum zu einen Leistungsabfall und so gelang es dem Club weiterhin eine sehr gute Figur abzugeben. Franziska Beck und Sara Walzik ließen dabei mit einigen Trickwürfen und Traumtoren ihre Klasse aufblitzen und verzückten das begeisterte Publikum zum Abschied. Ein mit dem Schlusspfiff durch Kateryna Valyushek verwandelter Siebenmeter sorgte für den Endstand.
Nach der Partie flossen dann die Tränen in Strömen. Die Erfolge der Vergangenheit mit drei Meisterschaften, zwei Pokalsiegen und einem Europapokalsieg haben in Nürnberg sowie in Handballdeutschland Geschichte geschrieben. Die Spielerinnen haben dabei über Jahre alles gegeben. Man hätte sich gewünscht, dass alle Beteiligten immer ihre Einstellung an den Tag gelegt hätten. Nun ist das Kapitel "Handball als Spitzensport" in der Frankenmetropole gestorben. Den Akteuren auf und teilweise neben dem Feld kann man für ihre Zukunft nur alles Gute wünschen, danke für viele unvergessliche Momente!
Torschützen:
Beck (8), Wohlbold (6), Rösler (6/3), Walzik (4), Jäger (3/1), Garcia-Almendaris, Gebhard, Schorradt (je 2), Stockhorst (1) - Seiffert (12/5), Ilyes (7), Dorna (6), Neukamp (5), Krüger (2), Mißling (1), Valyushek (1/1)
Siebenmeter: 4/5 - 6/7
Zeitstrafen: 5 - 6
Samstag, 16. Mai 2009
Remis zum Abschluss
Dienstag, 21. April 2009
Quartett eher skeptisch
Während die Vereinsverantwortlichen noch gestern in Person des neuen Geschäftsführers Hanno Kolleth die Chancen auf einen Verbleib von Franziska Beck, Marianna Gubova, Beate Scheffknecht und Christina Rohde auf mehr als 50 Prozent einschätzten, äußerte sich das genannte Quartett gegenüber von HANDBALLERINAS-Blog eher konträr zu der Aussage des neuen FCN-Finanzchefs. "Ich werde bei der aktuellen Konstellation, sozusagen einer verstärkten A-Jugend auf dem Feld, keinesfalls einen Vertrag in Nürnberg unterschreiben", sagt Gubova, die aber Wechselgerüchte in Richtung Sindelfingen bereits vehement dementierte. Franziska Beck bläst ins gleiche Horn: "Nur weil ich Nürnbergerin bin heißt das nicht, dass ich deswegen automatisch verlängern werde. Außerdem kann es durchaus gut tun, wenn man sich mal verändert."
Bei Christina Rohde sieht es nicht anders aus. "Meine sportliche Zukunft ist eng mit meiner beruflichen Ausbildung verknüpft. Beides muss stimmen und das sehe ich derzeit in Nürnberg nicht", meint die Linkshänderin, die wie Beck bereits vor einigen Wochen das Angebot des Vereins offiziell ablehnte. Dabei geht es aber nicht um die Finanzen, sondern vor allem um die Rahmenbedingungen und die sportliche Perspektive. Bei Scheffknecht wird derzeit der Wunsch des Verbleibs in der Frankenmetropole auch nicht wirklich größer, "schließlich wurde bis heute noch kein Wort mit mir über die die neue Saison gewechselt. So kann ich mir jedenfalls nicht vorstellen, auch im kommenden Jahr hier zu spielen. Es ist höchste Eisenbahn." Eher trübe Aussichten also für die Personalplanungen des neuen Club-Teams.
Viel besser stehen da die Chancen auf den Einzug in die Playoffs. Zwar bedeutet ein Sieg morgen gegen Leipzig nicht die sichere Teilnahme an der Endrunde der besten vier Mannschaften, aber der Konkurrent aus Buxtehude müsste dann am Samstag in Göppingen gewinnen, um noch den Sprung auf Rang vier zu schaffen. Bei einem Erfolg in Frankfurt wäre man übrigens auf jeden Fall mit von der Partie, denn dann würde man die Oderstädterinnen hinter sich lassen. Gewinnt man beide Spiele, dann wäre man sogar sicher Zweiter, wobei eine Niederlage in Frankfurt fast das sichere Aus bedeuten würde. Denn wirft man einen Blick auf die bisherigen Resultate in dieser Saison, dann sollte man keinesfalls auf schwäbische Schützenhilfe setzen.
Freitag, 6. März 2009
Scheffknecht mit Handbruch
Den 1. FCN Handball erreichte über den österreichischen Handballbund eine Hiobsbotschaft. Youngster Beate Scheffknecht erlitt am Donnerstag beim Auftakt des Vier-Nationen-Turniers in Olmütz einen Bruch des Mittelhandknochens. Der linken Rückraumspielerin wurde vor Ort in einem Krankenhaus ein Gips angefertigt, am Montag bzw. spätestens am Dienstag soll bereits operiert werden. Die Pause wird wahrscheinlich vier Wochen betragen, ein Comeback könnte es also gerade rechtzeitig vor dem Final Four des DHB-Pokals in Riesa geben. Beim Sieg des ÖHB-Juniorinnenteams hatte Scheffknecht noch acht Tore zum 31:30 (18:11) gegen Tschechien beitragen können. Das Team bangt übrigens um ihren Einsatz beim EM-Qualifikationsturnier vom 9. bis 11. April.
Donnerstag, 5. Februar 2009
Trio verlässt den FCN
Wie heute bekannt gegeben wurde verlassen die beiden Nationalspielerinnen Ania Rösler und Jana Krause zum Saisonende den 1. FCN Handball und schließen sich dem HC Leipzig bzw. dem Buxtehuder SV an. Während bei Rösler vor allem die neue sportliche Herausforderung sowie die berufliche Perspektive den Ausschlag gaben, waren bei Krause vor allem persönliche Gründe für den Wechsel verantwortlich, da ihr Freund in Kiel zu Hause ist. Auch Franziska Garcia-Almendaris wird den Club verlassen, ihren neuen Arbeitgeber wollte die ehemalige Ketscherin aber noch nicht bekannt geben. Alle Spielerinnen haben aber versichert, dass sie bis zum Schluss mit vollem Engagement bei der Sache sein werden und sich möglichst mit einem Titel aus der Frankenmetropole verabschieden wollen. Nächste Gelegenheit auf dem Weg dazu einen wichtigen Sieg einzufahren hat man am Samstag bei ProVital Blomberg-Lippe, wobei man gegen die Westfalen auf Beate Scheffknecht verzichten muss. Die junge Österreicherin zog sich im Training eine Platzwunde an der Lippe zu und musste mit sieben Stichen genäht werden.
Samstag, 31. Januar 2009
Club-Damen düpieren Trier
Nie eine wirkliche Chance hatten die Trierer Miezen in einem von Beginn an ungleichen Duell mit den FCN-Handballdamen. Am Ende stand für den Meister ein ungefährdeter 29:21 (16:9)-Erfolg zu Buche, der noch souveräner ausfiel als der Kantersieg unter der Woche gegen Göppingen, auch wenn der Aufsteiger deutlicher bezwungen wurde. Die Art und Weise, wie man allerdings die zwei Punkte einfuhr war schon sehr beeindruckend. Nur beim 0:1 lag man zurück, danach gab der Club den Ton an. Zwar blieben die Gastgeberinnen bis zum 5:6 im Spiel, doch dann setzte sich Nürnberg auf 9:5 ab und glänzte dabei mit traumhaften Kombinationen. Trier enttäuschte vor allem in der Offensive, was allerdings auch an der Gästeabwehr lag, die sehr aggressiv zu Werke ging und vor allem Torjägerin Oxana Pal kaum Räume ließ. Am Ende kam sie, exemplarisch für ihr Team, auf nur einen Treffer aus dem Feld. Als der FCN mit einer 16:9-Führung in die Pause ging, da war die Partie eigentlich schon entschieden.
Das sollte sich auch direkt zu Beginn der zweiten Hälfte bestätigen. Der Club blieb am Drücker und baute den Vorsprung nach und nach aus. Ob in der zweiten Welle, nach Spielzügen oder per Tempogegenstoß, man agierte einfach meisterlich. Das gab Trainer Csaba Szücs wieder die Möglichkeit seine Stammkräfte zu schonen und dem Nachwuchs relativ viel Einsatzzeit zu geben. Dabei setzte sich vor allem Linda Jäger in Szene, die für die gut aufgelegte Kerstin Wohlbold gekommen war. Sie traf, wie auch Beate Scheffknecht, gleich doppelt. Auch Lisa Gebhard war bei ihrem ersten Wurfversuch gleich erfolgreich. Verwundert bis schockiert aufgrund der Nürnberger Überlegenheit verfolgte das nun stille Trierer Publikum die Schlussminuten, in denen der FCN den Sieg locker nach Hause spielte. Mit dem Erfolg schob man sich zumindest für eine Nacht nicht nur auf die Playoff-Plätze, sondern zeigte der Konkurrenz, dass man noch lange nicht tot ist. Blomberg, der kommende Gegner, sollte gewarnt sein.
Torschützen:
Pal (5/4), Eickhoff (4), Hofman (4/3), Huber (2), Nadgornaja (2/1), Egger, Mozgovaja, Roubinkova, Vallet (je 1) - Engel (8/3), Wohlbold (5), Walzik (4), Rösler (4/1), Jäger, Rohde, Scheffknecht (je 2), Beck, Gebhard (je 1)
Siebenmeter: 8/12 - 4/5
Zeitstrafen: 5 - 4
Mittwoch, 28. Januar 2009
Göppingen einfach chancenlos
Es war eine Galavorstellung der Handballerinas, am Schluss stand gegen Aufsteiger Frisch Auf Göppingen, das den FCN am ersten Spieltag noch hatte schlagen können, ein grandioser 34:23 (16:10)-Erfolg. Dabei konnten sich alle Feldspielerinnen in die Torschützenliste eintragen, ein rundum gelungener Sieg also für die Truppe von Trainer Csaba Szücs. Dabei legten die Club-Mädels vor der Kulisse von circa 1.000 begeisterten Zuschauern los wie die Feuerwehr. Nach nur sieben Minuten führten die Gastgeberinnen gegen einen erschreckend schwachen Gegner mit 8:2. Die Führung war jedoch hochverdient, denn die Defensive des FCN stand sehr gut und die Ballverluste und Fehlversuche von FrischAuf münzte man oft in der zweiten Welle in einfache und schnelle Tore um. In der Anfangsphase glänzten dabei vor allem Franzi Beck, die eine überragende Leistung bot, sowie Kerstin Wohlbold und Sara Walzik. Ania Rösler gelang quasi mit dem Ende der ersten Hälfte sogar noch ein Treffer aus gut 15 Metern, ein krönender Abschluss.
Nach der Pause hätte man ob der sensationellen Vorstellung in Durchgang eins mit einem Einbruch beim Club rechnen können, doch man setzte nach und führte Göppingen teilweise vor. Die Führung wurde kontinuierlich ausgebaut, Beck zeigte sich weiter spielfreudig und vernaschte die schwäbische Abwehr ein ums andere Mal. Daran änderte sich auch nichts, nachdem vorwiegend die Nachwuchskräfte auf dem Feld standen. Ob Beate Scheffknecht, Linda Jäger, Tanja Schorradt oder Lisa Gebhard, ein richtiger Bruch im Spiel des Clubs war nicht zu erkennen und so war der Sieg auch in dieser Höhe absolut verdient. Am Rande der Partie galt die Aufmerksamkeit natürlich auch den Sponsorengesprächen und der Zukunft des Vereins. Genug Anlass, sich noch mehr zu engagieren, gaben die Mädels den Geldgebern jedenfalls. Bleibt zu hoffen, dass es in den nächsten Tagen auch hier positive Schlagzeilen gibt.
Torschützen: Beck (8), Rösler (7/1), Wohlbold (5), Rohde, Walzik (je 3), Scheffknecht, Schorradt (je 1), Gebhard, Jäger (je 1/1), Engel (4) - Schröder, Verboven (je 4), dos Santos, Vojtiskova (je 4/1), Breitinger, Fritz (je 3), Stratmann (1)
Siebenmeter: 3/3 - 2/5
Zeitstrafen: 6 - 2
Samstag, 10. Januar 2009
Ljubljana im Schongang zum Sieg
Für die FCN-Handballdamen setzte es auch im fünften Spiel der diesjährigen Champions League-Saison eine Niederlage. Bei Krim Mercator Ljubljana verlor man mit 25:33 (9:17) und kann somit auch mit einem Sieg gegen Metz am Freitag nicht mehr den dritten Platz der Gruppe erreichen, der zur weiteren Teilnahme am EHF-Pokal berechtigt hätte. Die erste Hiobsbotschafte hatte Trainer Csaba Szücs bereits vor dem Anpfiff ereilt. Kerstin Wohlbold musste aufgrund von Fieber passen und somit fehlte im Rückraum eine wichtige Stütze. Das Ganze spitzte sich im Laufe der ersten Halbzeit sogar noch zu, als Ania Rösler an der Nase verletzt wurde und somit ebenfalls auf der Bank Platz nehmen musste. Daher fehlte im Angriff die Sicherheit im Passspiel und die Sloweninnen konnten dies zu zahlreichen Toren in der ersten Welle ausnutzen. Außerdem gesellte sich mit Franzi Beck eine weitere Akteurin zur Verletztenliste, die Außenspielerin hatte mit massiven Leistenproblemen zu kämpfen. Zahlreiche Gründe, warum Krim bis zur Pause auf 17:9 davon zog.
Nach dem Seitenwechsel ließen es die Gastgeberinnen etwas lockerer angehen, aber nicht nur deswegen wurde der Rückstand für die Fränkinnen, unterstützt von einigen tapferen Ultras, nicht wirklic größer, sondern hielt sich im Rahmen. Ein Trio war dafür verantwortlich, das aus Christina Rohde, Beate Scheffknecht und Marianna Gubova bestand. Letztere hatte früh Jana Krause zwischen den Pfosten ersetzt und lieferte eine gute Leistung ab. Sie verlieh der Abwehr etwas mehr Sicherheit als zuvor Krause und vorne konnten Rohde und die junge Scheffknecht, die ihr bislang bestes Spiel im Club-Trikot absolvierte und insgesamt auf sechs Treffer kam, auch aus dem Rückraum erfolgreich abschließen. Scheffknecht trat vor allem unbekümmert auf, was ihr bisher in ihrer meist knappen Einsatzzeit eher selten gelang. Ihr Talent steht allerdings außer Frage, wie auch der Auftritt in Ljubljana zeigte. Zum Sieg reichte es natürlich nicht, aber zumindest wurde es nicht die nach der ersten Halbzeit drohende Demontage.
Torschützen:
Mörtel (9/3), Golubic (6), Lekic (6/1), Oder (4), Cerar, Vergeljuk (je 2), Bodnieva, Damjanovic, Mavsar, Varlec (je 1) - Rohde (7), Scheffknecht (6), Walzik (5), Engel, Jäger (je 2), Rösler (2/1), Schorradt (1)
Siebenmeter: 4/5 - 1/1
Zeitstrafen: 3 - 4
Donnerstag, 20. November 2008
Saison 08/09 - Halbzeitfazit
In der Hinrunde der aktuellen Saison steht zwar noch ein Spieltag aus, aber die EM-Pause gibt uns die Gelegenheit ein erstes Fazit zu ziehen. Nach zehn Partien steht der 1. FC Nürnberg auf dem neunten Platz der Tabelle, rein sportlich gesehen wäre man punktgleich mit dem Zweiten Leverkusen derzeit Dritter. Würde man also nicht wegen der Fristversäumnisse vier Punkte abgezogen bekommen, dann stünde man eigentlich sehr gut da in Anbetracht der Tatsache, dass es vor Beginn der Spielzeit einen erneuten Aderlass im Kader gab. Gleich vier Stammkräfte sowie das Trainergespann verabschiedeten sich aus Nürnberg. Neben dem Duo Herbert und Helfried Müller, dass durch Csaba Szücs ersetzt wurde, verließen Miriam Simakova, Steffi Ofenböck, Petra Popluharova und Maja Sommerlund den Verein. Auch Simone Luber und Alexandra Kubasta stehen nicht mehr zur Verfügung.
Dennoch schaffte man es fast schon sensationell nach der Auftaktpleite bei Aufsteiger Göppingen die Kurve zu kriegen und sich in die Saison förmlich hinein zu kämpfen, obwohl man wie schon so oft mit herben Rückschlägen leben musste. So verweigerte die EHF die Austragung der Champions League-Partien in der Halle am Berliner Platz, weshalb man zunächst nach Bamberg ausweichen wollte, sich schlussendlich aber für die Arena Nürnberger Versicherungen entschied, was zusätzliche Kosten mit sich brachte. Hinzu kam die schwere Verletzung von Neuzugang Franziska Garcia-Almendaris, die als Kreisläuferin eigentlich gesetzt war. Sie riss sich beim Vorbereitungsturnier in Schmelz das Kreuzband und sorgte so unfreiwillig dafür, dass Sara Walzik ihre Position in der Offensive übernehmen musste, nur teilweise entlastet von Nachwuchshoffnung Tanja Schorradt. So fehlte Walzik natürlich auf ihrer angestammten Linksaußen-Position, wo nun Franziska Beck fast immer 60 Minuten auf dem Feld steht. Ein großes Risiko, wer die Karriere der gebürtigen Nürnbergerin bisher verfolgt hat. Aber nicht nur für sie ist die Belastung immens hoch, auch der Rückraum hat unter den fehlenden finanziellen Mitteln arg zu leiden.
Da für Beate Scheffknecht der Sprung aus der österreichischen Liga nach Deutschland nicht auf Anhieb zu packen war, immerhin ist sie auch erst 18 Jahre alt, war der Druck auf das Trio Ania Rösler, Kerstin Wohlbold und Christina Rohde extrem hoch. Als Wohlbold dann gegen Trier erkrankt fehlte, musste Linda Jäger (17) in die Bresche springen. Am Ende sprang ein Remis (27:27) heraus. Auch wenn Jäger ihre Sache sehr ordentlich machte, nicht immer konnte ein leistungsmäßiger Ausfall des Rückraum-Trios von den Youngstern kompensiert werden. Gerade in der Champions League machten sich die körperlichen Defizite ziemlich bemerkbar, weshalb man nach drei Partien mit 0:6 Zählern hinter den punktgleichen Teams aus Viborg, Ljubiljana und Metz (je 4:2) am Ende der Gruppe D steht und eigentlich schon ausgeschieden ist.
In der Liga hingegen konnte man durch die individuelle Klasse der einzelnen Spielerinnen sechs Siege einfahren, auch wenn man dabei etwas Glück hatte, denn die Partie beim Thüringer HC hatte man eigentlich verloren. Der Gegner wurde aber für die eigene Dummheit bestraft und die Punkte am grünen Tisch dem Club zugesprochen, da die Erfurter eine nicht spielberechtigte Akteurin eingesetzt hatten. Zu den sechs Erfolgen kommt das bereits erwähnte Remis gegen Trier. Wichtige Siege fuhr man zu Beginn vor allem in Oldenburg und Buxtehude ein, die beide noch vor dem FCN platziert sind.
Aktuell ist man zwar drei Punkte von den Playoff-Rängen entfernt, für ein Erreichen der Finalrunden sprechen aber gleiche mehrere Punkte. So trägt man sieben der verbleibenden zwölf Partien noch in eigener Halle aus, darunter eine Serie von drei Spielen hintereinander, in der man die direkte Konkurrenz aus Oldenburg, Buxtehude und Göppingen empfängt. Außerdem zeigen die anderen Mannschaften sehr schwankende Leistungen, weshalb der Abstand auf die vorderen Plätze noch nicht allzu groß ist. Die anstehende Rückkehr von Almendaris gibt zudem weitere Hoffnung.
Neben der individuellen Stärke, immerhin sind mit Rösler, Walzik, Rohde und Torhüterin Jana Krause gleich vier Cluberinnen im DHB-Kader der EURO zu finden, konnte man vor allem mit einer soliden Defensive überzeugen. Krause etablierte sich vor Marianna Gubova als neue Nummer eins im Nürnberger Kasten, bildet mit der erfahrenen Slowakin aber wohl das beste Gespann der Liga. Nicht ohne Grund hat man mit 248 Treffern die wenigsten Gegentore aller Teams kassiert. Dafür haperte es teilweise in der Offensive etwas an Kreativität und Spritzigkeit, Letzteres natürlich verständlich angesichts des Mammutprogramms der letzten Wochen mit zahlreichen Auswärtsspielen, unter anderem in Viborg und Metz.
Trotzdem sollte man mit den bisher gezeigten Leistungen des Teams zufrieden sein und optimistisch in die zweite Saisonhälfte gehen. Auch im Pokal ist man noch vertreten, wenn auch mit Leverkusen ein harter Brocken in der nächsten Runde wartet. Immerhin genießt man Heimrecht und hat noch eine Rechnung mit den Rheinländerinnen zu begleichen. Gegen Bayer setzte es nämlich die bisher einzige Niederlage in der BBZ, als man unglücklich mit 26:27 unterlag. Ein weiterer Beleg dafür wie eng es zugeht in einer Meisterschaft, wo den Ersten nur sechs Zähler vom Zehnten trennen. Es scheint also alles möglich, zumindest national.
Mittwoch, 19. November 2008
Leipzig deklassiert den Club

Mit 23:34 (9:17) verloren die Handballerinas am Nachmittag beim HC Leipzig und verabschiedeten sich mit einer sehr dürftigen Leistung in die EM-Pause, während der Pokalsieger durch den Sieg die Tabellenführung übernahm. Vom Anwurf an wirkten die FCN-Mädels kraft- und ideenlos und fanden kaum Mittel die starke Defensive der Sächsinnen zu überwinden. Bereits nach zehn Minuten lag man mit 2:8 im Hintertreffen und von diesem Rückstand erholte man sich nicht mehr. Der übermächtig erscheinende Innenblock des HCL meldete Sara Walzik am Kreis vollkommen ab, somit waren auch die Räume für die Rückräumspielerinnen des Clubs sehr eng und Katja Schülke im Kasten der Gastgeberinnen entschärfte die Würfe aus der Distanz meist sicher. Nach 22 Minuten hatten die Fränkinnen vier ihrer fünf Treffer per Siebenmeter erzielt. Eine Statistik, die Bände spricht. Auf der Gegenseite ragte vor allem Karolina Kudlacz heraus. Die Polin überzeugte mit Kreativität und Spritzigkeit und war sicher im Abschluss. Logische Konsequenz war, dass sich Leipzig immer weiter absetzte und die Partie bereits zur Pause entschieden hatte. Nach 30 Minuten hieß es 9:17 aus Sicht des FCN.
Die zweite Halbzeit wurde zu einer Forsetzung dessen, was man schon vor dem Seitenwechsel gesehen hatte. Schwache Nürnbergerinnen ergaben sich ihrem Schicksal und der HCL ließ sich nicht zwei Mal bitten. Der Vorsprung wurde nach und nach ausgebaut und beim 24:12 nach 43 Minuten sah es nach einer bitteren Packung für die Truppe des hilflosen Trainers Csaba Szücs aus. Der Slowake konnte einem leid tun, ihm mangelte es einfach an Alternativen. Auch wenn sich beispielsweise Kerstin Wohlbold mit sechs Treffern im zweiten Durchgang versuchte gegen die Pleite zu stemmen, so kamen diese Tore viel zu spät. Zudem hatten die Akteure des Vizemeisters durchweg einen guten bis sehr guten Tag erwischt und machten nur wenige Fehler. Da nutzte es auch nichts, dass neben Wohlbold auch Beate Scheffknecht in der Schlussphase dagegen hielt. Ihre vier Treffer waren nicht mehr als Ergebniskosmetik an einem rabenschwarzen Nachmittag für den Club, der in allen Belangen unterlegen war. Während es für die Nationalspielerinnen nun in die Vorbereitung zur EURO geht, darf sich der Rest des Teams über die trainingsfreie Zeit bis zum 1. Dezember freuen und hat ausreichend Gelegenheit den leeren Akku wieder aufladen.
Torschützen: Kudlacz (9), Müller (5/1), Augsburg, Brückmann, Ulbricht (je 4), Holmgren (3), Stange, Urne (je 2), Ommundsen (1/1) – Wohlbold (7), Engel (6/5), Rohde, Scheffknecht (je 4), Walzik (1), Rösler (1/1)
Siebenmeter: 2/3 - 6/7
Zeitstrafen: 6 - 5
Dienstag, 18. November 2008
Rohde für EURO nachnominiert
Aus dem FCN-Trio für die EURO in Mazedonien ist seit heute ein Quartett geworden. Bundestrainer Armin Emrich nominierte Christina Rohde für die Leipzigerin Susann Müller nach, die sich aufgrund der Dauerbelastung seit mittlerweile drei Jahren zu einem Verzicht entschloss. Rohde wir nun also nach der morgigen Partie beim HC Leipzig zusammen mit Ania Rösler, Jana Krause und Sara Walzik zum Nationalmannschafts-Lehrgang ins SportCentrum Kamen-Kaiserau reisen und dort die Vorbereitung auf die kontinentalen Titelkämpfe im Dezember beginnen. Durch die Nominierung von Rohde gehen Club-Trainer Csaba Szücs für die kommenden Wochen immer mehr die Spielerinnen aus, da auch mit Katrin Engel und Beate Scheffknecht, für Österreich, zwei weitere Akteurinnen für ihr Nationalteam im Einsatz sein werden. Je nach Abschneiden der jeweiligen Teams kehrt das Sextett dann aber bis spätestens zum 15. Dezember nach Franken zurück, einen Tag zuvor geht die EURO in Skopje zu Ende.
Samstag, 15. November 2008
Metz gewinnt, Club zu unkonzentriert
In Metz setzte es nach einer tollen Anfangsphase für die Handballerinas eine eigentlich vollkommen unnötige 24:32 (14:16)-Niederlage und die dritte Pleite im dritten Spiel. Die Hauptrunde ist somit in weite Ferne gerückt, erst recht durch den sensationellen Erfolg von Ljubiljana, das Viborg mit 38:34 (20:22) bezwingen konnte. Das Trio liegt nun mit je 4:2 Zählern an der Spitze der Gruppe D, während es beim Club 0:6 Punkte sind. Nach einer tollen Anfangsphase führten die Gäste in der mit 3.800 Besuchern gut besetzten Halle in Nordfrankreich mit 6:3. Dabei konnte vor allem Torhüterin Jana Krause glänzen, die einen Wurf nach dem anderen parierte und ihren Vorderleuten so die nötige Sicherheit verlieh. Highlight des starken Beginns war ein Kempa-Tor durch Katrin Engel nach einem Freiwurf. Der FCN verlor dann allerdings etwas den Faden und nach gut 20 Minuten ging Metz dann erstmals in Führung, 9:10 hieß es zu diesem Zeitpunkt aus Sicht der Gäste. Es folgte zwar noch der Ausgleich durch Franziska Beck, aber fortan drückte der französische Meister der Partie den Stempel auf, auch wenn Kerstin Wohlbold nochmal das 12:12 gelingen sollte. Bis zur Pause hatten sich die Gastgeberinnen dann auf 16:14 abgesetzt.
In Halbzeit zwei häuften sich dann die Fehler beim Club. Unerklärlich vor allem viele technische Fehler und Pässe, die im Seitenaus oder beim Gegner landeten. Der mit zahlreichen Nationalspielerinnen besetzte Kontrahent nutzte die sich bietenden Gelegenheiten im Tempogegenstoß und der zweiten Welle routiniert aus und setzte sich so immer weiter ab. Marianna Gubova war nach dem Seitenwechsel zwischen die Nürnberger Pfosten gerückt und konnte trotz einer ordentlichen Leistung nicht an die Vorstellung von Krause anknüpfen, auch wenn sie wie erwähnt häufig auf sich alleine gestellt war. Ein weiteres Problem war zudem, dass der Rückraum des Clubs kaum noch richtig Druck auf die Defensive von Metz ausüben konnte, weshalb auch Beate Scheffknecht recht frühzeitig Rösler ersetzte, die es später wiederum auf Christina Rohdes Position versuchte, die ebenfalls nicht ihren besten Tag erwischt hatte. Dennoch schaffte man es sich nochmals auf 21:24 heranzukämpfen. Im nächsten Angriff landete der Wurf von Wohlbold aber bei Metz-Torhüterin Amandine Leynaud und danach erzielten die Französinnen direkt zwei schnelle Treffer. Im Anschluss gelang dem Club nicht mehr sehr viel, während der Gegner einem sicheren Sieg entgegen steuerte.
Torschützen: Piejos (7), Kamto (6), Ognjenovic (5/3), Lovric (4), Horacek, Kysucanova (je 3), Guehl, Ayglon, Wendling, Francois (je 1) - Engel (7), Beck (5), Rösler (5/4), Walzik, Wohlbold (je 2), Rohde (1)
Mittwoch, 12. November 2008
Fans verzückt, FCN "Erster"
Mit einer souveränen Vorstellung hat der FCN Handball am Abend durch einen 33:26 (18:14)-Sieg gegen Borussia Dortmund die virtuelle Tabellenführung übernommen. Ohne die vier Punkte Abzug am Ende der Saison stünde die Truppe um Spielführerin Ania Rösler nach neun Runden auf dem ersten Platz. Gegen den Aufsteiger aus dem Ruhrgebiet war die Halblinke im Gegensatz zur Partie in Viborg wieder von Beginn an mit dabei und trotzte ihren Beschwerden an der Achillessehne. Der Club legte vor gut 600 Zuschauern los wie die Feuerwehr und führte nach wenigen Minuten bereits mit 6:2. Doch danach ließ man es etwas zu locker angehen und schluderte mit den sich bietenden Tormöglichkeiten. Zwei schnelle Treffer von Gesine Paulus brachten den ohne den neuen Trainer Gustl Wilke angereisten BVB auf 4:6 heran, wenig später war der Rückstand der Gäste beim Stande von 6:7 auf ein Tor geschmolzen. Doch danach rappelten sich die Fränkinnen wieder auf und gerade Christina Rohde war in dieser Phase nicht zu stoppen. Sie traf vier Mal in Serie für ihr Team und über 13:10 setzte man sich kontinuierlich ab, um mit einer 4-Tore-Führung in die Pause zu gehen. Einen höheren Vorsprung vergab man allerdings kläglich, als man eine doppelte Überzahlsituation nicht clever genug ausspielte.
In der zweiten Hälfte begann man auf Seiten des FCN wieder mit der Konzentration der ersten Minuten. Dadurch konnte man sich immer weiter absetzen, während den Dortmunderinnen gerade im Angriff oft die Ideen, allen voran aber die nötigen Mittel fehlten, um den Innenblock des Meisters wirklich zu gefährden. Auf der Gegenseite lief Sara Walzik einen Tempogegenstoß nach dem anderen und kam immer wieder zu leichten Treffern. Sie beendete den Abend mit ihren sieben Toren als beste Schützin beim Club. Sehr stark auch der Auftritt von Marianna Gubova, die in der zweiten Halbzeit zwischen den Pfosten stand. Sie glänzte vor allem bei Würfen von Außen und zeigte dort ihre Klasse. Mit zunehmender Spieldauer wurde der Abstand zwischen beiden Teams immer größer, was FCN-Coach Csaba Szücs dazu veranlasste seine Leistungsträgerinnen zu schonen. Gut 19 Minuten vor dem Ende ersetzte Beate Scheffknecht Nationalspielerin Rösler in der Offensive. Sie musste zwar umgehend eine Strafzeit absitzen, danach deutete sie jedoch mit zwei schönen Toren ihr Talent an. In den letzten zehn Minuten betrug das Durchschnittsalter bei den Gastgeberinnen dann 19,7 Jahre! Mit Sabine Stockhorst im Tor und ihre Zwillingsschwester Christina auf Linksaußen, Scheffknecht, Linda Jäger und Katrin Engel im Rückraum, Lisa Gebhard (die ihr erstes Bundesligator erzielte) auf Rechtsaußen und Tanja Schorradt am Kreis wurde der Sieg locker nach Hause gebracht. Alles in allem ein rundum gelungener Abend in der Halle am Berliner Platz.
Torschützen: Walzik (7), Engel (6/3), Rohde (5), Rösler (5/1), Beck, Wohlbold (je 3), Scheffknecht (2), Gebhard, Schorradt (je 1) - Robben (8/4), Porvaznikova (5/2), Karsten (4), Cocx (3/1), Lütz, Paulus (je 2), Spriestersbach (1), Busch (1/1)
Siebenmeter: 4/6 - 8/9
Zeitstrafen: 6 - 5
Mittwoch, 29. Oktober 2008
Cluberinnen im Pokal-Achtelfinale
Viel wurde spekuliert vor dem Pokalspiel der dritten Runde beim SC Markranstädt. Würden die Mädels von Trainer Csaba Szücs ihr gute Leistung vom Wochenende bestätigen können oder haben die Spielerinnen schon die Champions League-Partie am Sonntag im Hinterkopf? Und wie stark ist der aufstrebende Zweiligist aus dem Leipziger Vorort wirklich? Die Antworten gaben die Handballerinas direkt zu Beginn. Der Meister aus Franken war in allen Belangen überlegen, während die Piranhas viel zu wenig Biss zeigten. Ihre körperliche und spielerische Überlegenheit nutzten die Gäste immer wieder aus und kamen so zu einfachen Toren. Gerade Ania Rösler zeigte hier ihre Klasse und verwandelte sensationelle zwölf Siebenmeter (ohne einen einzigen Fehlversuch), oft herausgeholt von Franzi Beck, Sara Walzik oder Kerstin Wohlbold, die von ihren Gegenspielerinnen nie unter Kontrolle zu kriegen waren. So hatten die Sächsinnen keine wirkliche Möglichkeit, um den schnellen Rückstand aus der Anfangsphase auszugleichen und in die Begegnung zurückzufinden.
Nachdem man zur Pause souverän mit 21:14 führte, verwaltete man auf Seiten der Fränkinnen den Vorsprung nach dem Seitenwechsel, der sich zwischen sieben und neun Toren einpegelte. FCN-Coach Szücs machte zu diesem Zeitpunkt das einzig Richtige, indem er seine Leistungsträgerinnen schonte und den Nachwuchs wichtige Spielpraxis sammeln ließ. Ob Tanja Schorradt am Kreis, Linda Jäger oder Beate Scheffknecht im Rückraum oder Lisa Gebhard auf Rechtsaußen, niemand konnte sich an diesem Abend über mangelnde Einsatzzeit beschweren. Im Tor konnte auch Sabine Stockhorst mit einem gehaltenen Strafwurf glänzen, während ihre Zwillingsschwester Christina nach langer Verletzungspause ihr erstes Tor in einem Pflichtspiel für den Pokalfinalisten der Vorsaison erzielte. Am Ende war der 38:29-Erfolg so ein rundum gelungener Auftritt vor dem ersten internationalen Einsatz am kommenden Sonntag gegen Krim Ljubiljana. Dort wartet dann ein Gegner ganz anderen Kalibers in der Nürnberger Arena auf die Handballerinas, die auf die Unterstützung zahlreicher Fans hoffen. Bisher lief der Kartenvorverkauf eher schleppend, aber die sportlichen Leistungen der letzten Tage sollten auch den letzten Skeptiker überzeugt haben.
Torschützen: Kowalska (12/10), Geheb (6), Hellmann, List (je 4), Bones, Kyskite, Wenke (je 1) - Rösler (15/12), Beck, Walzik (je 5), Engel (4), Scheffknecht, Wohlbold (je 3), Rohde (2), Stockhorst (1)
Siebenmeter: 10/12 - 12/12
Zeitstrafen: 6 - 4
Dienstag, 7. Oktober 2008
Emrich nominiert FCN-Trio
Drei Akteure hat Bundestrainer Armin Emrich für den kommenden Lehrgang des DHB-Teams einberufen. Neben Torhüterin Jana Krause werden auch Rückraumspielerin Ania Rösler und Linksaußen Sara Walzik mit dabei sein, wenn sich die Mannschaft am kommenden Sonntag im Ostseebad Damp einfinden wird. Im Reservekader stehen mit Christina Rohde und Kerstin Wohlbold zudem zwei weitere Club-Spielerinnen.
Bereits einen Tag nach der Zusammenkunft geht es nach Dänemark zum GF World Cup, der in Aarhus ausgetragen wird. Gruppengegner der Deutschen sind Schweden, Rumänien und Olympiasieger Norwegen. Außerdem finden sich Weltmeister Russland, Dänemark, Frankreich und Ungarn im hochkarätig besetzten Teilnehmerfeld wieder.
Krause, Rösler und Walzik sind aber nicht die einzigen Akteure, die Trainer Csaba Szücs in der kommenden Woche nicht zur Verfügung stehen werden. Der ehemalige FCN-Coach Herbert Müller berief nämlich Katrin Engel und Beate Scheffknecht für einen Lehrgang des österreichischen Nationalteams in der Wiener Südstadt ein. Anschließend steht ein Turnier in Amsterdam als Vorbereitung für die Europameisterschaft auf dem Programm, die Anfang Dezember in Mazedonien stattfinden wird.
In der Zwischenzeit arbeit der Verein weiter an der Verpflichtung von Kreisläuferin Ramona Dragan, die im mehrtägigen Probetraining überzeugt hatte. Sowohl Szücs als auch der sportliche Leiter Kurt Mäder würden die Rumänin gerne unter Vertrag nehmen. Bevor man allerdings endgültig alles in trockene Tücher bringt, muss der Aufsichtsrat der FCN Handball GmbH noch prüfen, ob man entsprechende Auflagen der Ausländerbehörden erfüllen kann.
Mittwoch, 24. September 2008
Jäger glänzt, Beck sichert Remis
Nach hartem Kampf und einem 4-Tore-Rückstand zur Pause kamen die FCN-Mädels gestern Abend bei ihrer Heimpremiere doch noch zu einem 27:27 (10:14)-Remis gegen DJK/MJC Trier. Dabei hatte es besonders in der ersten Halbzeit lange nicht gut ausgehen. Die erste Hiobsbotschaft gab es gleich vor dem Anwurf. Kerstin Wohlbold lag mit einer starken Grippe im Bett und konnte nicht spielen. Ania Rösler rückte in der Startformation auf die Mitte, Beate Scheffknecht (18) übernahm ihre Rolle im Angriff, die noch ein Jahr jüngere Linda Jäger ersetzte die Österreicherin in der Defensive. Der Plan von Trainer Casba Szücs ging aber nicht auf, da gerade Scheffknecht Opfer ihrer Nervosität wurde und kaum Zug zum Tor entwickelte. Auch ihre Mitspielerinnen machten es nicht besser. Die 6:0-Abwehr wirkte unsicher und kam besonders mit der Trierer Kreisläuferin Stefanie Egger (zeigte sich zum Glück schwach im Abschluss) selten zurecht. Vorne verlor man leichtsinnig die Bälle und vergab zudem auch klare Chancen. Einzig Jana Krause hielt ihr Team zu diesem Zeitpunkt noch im Spiel. Doch auch sie erlaubte sich eine kleine Schwächephase und plötzlich führten die Miezen mit 13:6. So etwas hatte man in der Halle am Berliner Platz zumindest bei Ligaspielen schon lange nicht mehr gesehen. Szücs war zu Änderungen gezwungen. Schon zuvor hatte er Rösler zurück auf ihre angestammte Position gestellt und Jäger versuchte sich fortan als Spielmacherin. Die Defensive wurde ebenfalls umgestellt, Sara Walzik spielte in einer 5:1-Abwehr nun auf der Spitze. Das zeigte Wirkung und so konnte man bis zur Pause den Rückstand wieder verkürzen. Beim Stande von 10:14 wechselte man die Seiten.
Danach lief es dann deutlich besser für die Handballerinas. Trier fand kaum mehr die passenden Mittel gegen eine immer besser stehende Deckung des FCN. Besonders Jäger machte ihre Sache in der Abwehr glänzend und verteilte vorne clever die Bälle. Nach gut 40 Minuten erzielte sie dann auch ihr erstes Bundesligator, gleichbedeutend mit der ersten Führung ihres Teams an diesem Abend. Plötzlich hieß es 16:17 aus Sicht der Miezen, die sich zu seiner Auszeit gezwungen sahen. Gleich im nächsten Angriff unterlief den Gästen aber erneut ein Fehler und im Gegenzug war es Walzik, die den Vorsprung ausbauen konnte. Doch Trier bleib dran und das Spiel drohte erneut zu kippen, diesmal endgültig. Als der Club durch ein Tor von Silvia Hofman 1:32 Minuten vor dem Ende mit zwei Treffern zurück lag, sah man schon wie der sichere Verlierer aus. Doch in der Auszeit schien man sich perfekt besprochen zu haben. Rösler, die insgesamt auf überragende zehn Feldtore kam, sorgte zunächst für den Anschluss. Es wurde nochmals eng. Krause trieb es dann mit der Spannung auf die Spitze, als sie nach einer Parade den Ball Oxana Pal in die Hände spielte, weil sie keine Anspielstation fand. Doch der Russin, völlig unbedrängt, versagten jedoch die Nerven und Krause machte ihren Fehler mit einer sensationellen Parade wieder gut. In der zweiten Welle markierte Franzi Beck drei Sekunden vor dem Ende den hochverdienten Ausgleich. Ania Rösler sah dann eine Sekunde vor dem Schlusspfiff noch die rote Karte, weil sie die Gäste an der schnellen Ausführung des Anwurfs hinderte. Doch damit sicherte sie ihrem Team endgültig den hart erkämpften Punktgewinn.
Torschützen: Rösler (10), Rohde (5), Beck (4), Engel (4/2), Walzik (3), Jäger (1) – Pal (8/3), Roubinkova (6), Hofman (5), Mozgovaja (3), Nadgornaja (2/2), Egger, Huber, Pütz (je 1)
Siebenmeter: 2/3 - 5/6
Zeitstrafen: 1 - 4
Disqualifikation: Rösler (59:59)
Samstag, 6. September 2008
FCN-Damen verlieren zum Auftakt
Von einigen wird es als faustdicke Überraschung bezeichnet, andere hingegen wunderten sich nicht über die 25:29 (15:15)-Niederlage der Handballerinas bei Aufsteiger Frisch Auf Göppingen. Der Mangel an Alternativen auf der Bank war wohl mit der Hauptgrund für die Pleite des deutschen Meisters. Denn hatte man in der Vorsaison noch gestandene Akteure in der Hinterhand, konnte man dieses Mal nur die Nachwuchsspielerinnen Tanja Schorradt und Beate Scheffknecht ins kalte Wasser werfen. Bei einigen Clubberinnen lief es leider von Beginn an nicht rund und so konnten die Gastgeberinnen gleich in der Anfangsphase auf 6:2 davon ziehen, kurz danach hieß es sogar 8:3 aus Sicht der Schwäbinnen. Csaba Szücs war zu einer Auszeit förmlich gezwungen.
Vor allem Alena Vojtiskova stellte die Gäste-Abwehr immer wieder vor Probleme und auch Wendy Smits konnte vollends überzeugen. Die niederländische Spielmacherin schied allerdings mit einer Knieverletzung wenig später aus und so hoffte man beim Club, davon profitieren zu können. Doch davon war man zunächst weit entfernt, Göppingen spielte sehr solide und die Ansprache von Trainer Szücs trug erstmal keine Früchte. Zahlreiche Zeitstrafen gegen die Hausherrinnen brachten den Nürnbergerinnen dann aber die erhofften Räume, um besser zum Torabschluss zu kommen. So gelang Christina Rohde beim 13:13 der Ausgleich, zur Pause hieß es dann 15:15.
Nach dem Seitenwechsel schien es dann, als würde sich die höhere Qualität der Einzelspielerinnen an diesem Abend doch durchsetzen. Die Folge waren eine 2-Tore-Führung und Ballbesitz für den Favoriten. Doch daraus konnte man kein Kapital schlagen. Göppingen traf sechs Mal in Serie, dabei glänzte vor allem Aline Dos Santos. Die großgewachsene Brasilianerin machte es den FCN-Mädels auch in der Defensiv extrem schwer, in der Mitte war kein Durchkommen mehr, Alexandra Meisl im Kasten der Schwäbinnen agierte ebenfalls sehr stark. Die Tore für die Gäste fielen meist im schnellen Gegenangriff. Diese wurde aber immer weniger, Hauptgrund dafür waren ständige Unterzahlsituation.
So nahm das Schicksal seinen Lauf, eine letzte Auszeit von Szücs half auch nicht mehr weiter und trotz vier verworfener Siebenmeter gewann Frisch Auf am Ende absolut verdient und recht souverän. Für die Fränkinnen wird es nun extrem schwer, wenn man die kommenden Aufgaben und die Breite das Kaders betrachtet. Denn erst am vierten Spieltag gegen Trier, zudem ein sehr starker Gegner, tritt man das erste Mal vor heimischem Publikum an. Vorher muss man noch nach Oldenburg und Buxtehude.
Torschützen: Vojtiskova (7), Silva Dos Santos (6), Schröder (5), Verboven (4), Fritz (3), Smits (2), Breidert, Ionescu (je 1) - Rohde (6), Rösler (5), Walzik, Wohlbold (je 4), Beck (3), Engel (3/1)
Siebenmeter: 4/8 - 4/4
Zeitstrafen: 6 - 8
Freitag, 15. August 2008
Györ in Testspiel knapp besiegt
In einem für den Zeitpunkt der Vorbereitung durchaus ansehnlichem Vorbereitungsspiel schlug der 1. FC Nürnberg gestern Abend in Weißenburg den ungarischen Meister Györi Audi ETO mit 27:26 (13:13). Dabei mussten die Ungarinnen allerdings ohne einige Nationalspielerinnen auskommen, die derzeit bei den olympischen Spielen aktiv sind. Allerdings fehlten auch beim deutschen Champion einige Stammkräfte. Franzi Beck, Marianna Gubova, Katrin Engel und Beate Scheffknecht waren nicht mit von der Partie.
Die junge Österreicherin weilt für das Wochenende noch in ihrer Dornbirner Heimat, wird danach wohl aber einen Vertrag unterzeichnen. Ein wichtiges Zeichen nach den zuletzt zahlreichen Abgängen. Nach zwei freien Tagen folgt in der kommenden Woche neben weiteren Trainingseinheiten ein weiteres Testspiel. Dann geht es in Schweinfurt gegen Krasnodar, ebenfalls ein internationales Spitzenteam und echter Prüfstein.
Torschützinnen für den FCN:
Walzik (10), Rohde (5), Rösler (4/3), Wohlbold (3), Garcia-Almendaris, Glowienka (je 2), Gebhard (1)
Spielort: Weißenburg
Montag, 21. Juli 2008
Vorbereitung im Gange
Vor gut zwei Wochen hat die Saisonvorbereitung begonnen. Seit vergangenen Montag ist auch der neue Trainer Csaba Szücs mit dabei. In der Vorbereitung steht momentan für die Mädels zwei Mal in der Woche Hallentraining auf dem Programm, drei Mal pro Woche wird gelaufen und zusätzlich absolvieren die Spielerinnen noch zwei Einheiten an Krafttraining. Bislang noch nicht mit dabei war unter anderem Neuzugang Beate Scheffknecht (kommt aus Dornbirn in Österreich), die heute zum Team gestoßen ist und zunächst drei Wochen in Nürnberg bleiben wird. Danach entscheidet sich ihre weitere sportliche Zukunft. Marianna Gubova leidet immer noch an den Folgen einer Operation an der Achillessehne. Jana Krause kuriert ihre Meniskusverletzung aus, soll aber in gut zwei Wochen wieder mit dabei sein. Das gilt auch für Franziska Beck nach ihrer Bänderverletzung im rechten Knie. Außerdem fehlt von Mittwoch bis zum Wochenende noch Christina Rohde, die mit der Nationalmannschaft unterwegs ist.