Sonntag, 5. April 2009

Oldenburg holt Pokal

Der VfL Oldenburg hat sich durch einen 28:23 (15:14)-Erfolg gegen den deutschen Meister 1. FC Nürnberg den DHB-Pokal 2009 gesichert. Die Norddeutschen gewannen in einer über weite Strecken ausgeglichenen Partie am Ende verdient, vor allem weil bei den Fränkinnen immer mehr die Kräfte schwanden und man im Angriff nicht kreativ genug war. Die am Vortag noch überragende Kerstin Wohlbold hatte nicht mehr die Energie wie noch 24 Stunden zuvor und somit fehlten auch Ania Rösler die nötigen Räume. Christina Rohde blieb gar ohne Torerfolg, da sie fast nie in Wurfposition gebracht werden konnte. Zudem konnte sich Jana Krause zwischen den Pfosten des FCN nicht wie erhofft steigern, im Gegenteil. Sie erwischte nicht gerade ihren besten Tag und aufgrund von Marianna Gubovas Verletzung fehlte eine starke Alternative.

Gerade im zweiten Durchgang machte sich dies besonders deutlich bemerkbar, als der Club mehrfach mit einem Treffer in Führung lag, aber immer wieder sofort den Ausgleich kassierte. Dabei hatte die Partie aus Sicht des Meisters optimal begonnen. Nach etwas mehr als sechs Minuten führte man mit 3:1, doch danach drehte der VfL auf. Oldenburg fand vorne die Lücken und auch die Defensive hatte den Angriff des Clubs gut im Griff. In den nächsten zehn Minuten konnte der FCN nur zwei Treffer erzielen, es mangelte an Ideen und eher selten führten durchdachte Aktionen zum Torerfolg. Gegen Ende der ersten Halbzeit fing man sich dann wieder und Katrin Engel, die übrigens zur besten Spielerin des Final Fours gewählt wurde, verkürzte mit dem Halbzeitpfiff per Strafwurf zum 14:15.

Nach der Pause gelang dann schnell der Ausgleich und die mitgereisten Anhänger hofften, dass sich ihre Mannschaft vielleicht würde absetzen können. Doch nur ein einziges Mal war man bei einer Führung nochmals in Ballbesitz, Wohlbolds Pass landete aber beim Gegner und umgehend kassierte man wieder einen Treffer des VfL. Als die körperlichen Strapazen bei den Nürnberginnen immer mehr zum Tragen kamen schlug Oldenburg eiskalt zu. Julia Wenzl nutzte ihre Einsatzzeit optimal, erzielte vier der letzten sieben Treffer ihres Teams und blieb dabei trotz ihrer 19 Jahre auch von der 7-Meter-Linie nervenstark. Auch wenn man nach Wohlbolds Zeitstrafe wegen Meckerns durch ein Tor von Engel zum 23:25 verkürzte, schaffte man die Wende nicht mehr. Oldenburg konterte mit drei Treffern in Serie und konnte danach endgültig jubeln.

Torschützen:

Engel (10/5), Walzik (6), Rösler (4), Beck (2), Wohlbold (1) - Fagerhus (5), Wenzl (5/1), Neuendorf (5/2), Scholl (4), Badenhop (3), Geschke, Parchina (je 2), Birke, Kethorn (je 1)

Siebenmeter: 5/6 - 3/4

Zeitstrafen: 4 - 4

Samstag, 4. April 2009

Krimi mit Happy End

Kerstin Wohlbold hat den 1. FC Nürnberg durch ihr Tor mit dem Schlusspfiff ins Endspiel des DHB-Pokals geworfen! Nach einer Freiwurfkombination zappelte der Ball im Netz von ProVital Blomberg-Lippe, das man am Ende mit 29:28 (15:14) bezwingen konnte. Gegner wird morgen im Finale der VfL aus Oldenburg sein, der sich nach furiosem Start (6:2) und einem Remis zur Pause (14:14) letztendlich souverän mit 26:21 gegen FrischAuf Göppingen durchsetzen konnte. Es war eine kampfbetonte Partie zwischen dem Club und dem Team aus Westfalen, gegen das man in dieser Saison in Nürnberg mit einem Tor hatte gewinnen können, während man auswärts ein Unentschieden ergattert hatte. Daher war ein enges Spiel erwartet worden, in dem die Fränkinnen zunächst dominierten. Doch einige technische Fehler sorgten dafür, dass man die Chance sich vorentscheidend abzusetzen mehrfach nicht nutzte. Während vorne gerade Wohlbold immer wieder auf der Halbposition erfolgreich in die Lücken gestoßen war fand der Challenge Cup-Halbfinalist nach einer Umstellung hier die Mittel, um die quirlige Aufbauspielerin etwas in ihrer Entfaltung zu stören. Auch die nicht unbedingt nachvollziehbare Änderung in der Defensive, wo Katrin Engel im Mittelblock Abwehrchefin Christina Rohde ersetzte, sorgte beim FCN nicht wirklich für mehr Stabilität. Gerade durch Einläufer von Außen kam ProVital so immer wieder zum Torerfolg, weshalb der Vorsprung von drei Treffern (14:11, 21.) bis zum Ende der ersten Halbzeit noch auf ein Tor schmolz.

Im zweiten Durchgang gaben beide Teams dann alles. Der Club führte meist knapp, dem Gegner gelang während der gesamten Begegnung nie mehr als der Ausgleich, einzige Ausnahme war hier das 1:0. Den besorgte mehrfach die nervenstarke Sabrina Neukamp, die bei sieben Strafwürfen stets erfolgreich war und so ihre Mannschaft im Spiel hielt. Beim 25:23 (48.) aus Sicht des Meisters lag die Vorentscheidung dann in der Luft, doch binnen weniger Aktionen drohte sich das Blatt komplett zu wenden. Michaela Seiffert traf zwei Mal in Serie und die nicht einsatzfähige Marianna Gubova leistete sich auf der Bank sitzend einen schweren Fauxpas. Sie kommentierte einen Pfiff der Schiedsrichter Martin Harms/Jörg Mahlich, was diese mit einer Zeitstrafe quittierten. Doch der Club sich ließ davon nicht aus dem Konzept bringen. Ania Rösler traf etwas mehr als vier Minuten vor Schluss zum 28:27. Darauf folgte noch der letztmalige Ausgleich durch Neukamp, ehe Katrin Dorna für 120 Sekunden vom Feld musste. Sie kam aber rechtzeitig vor Ende der Partie zurück und war mit dabei, als ihre Mannschaft die Chance zum Sieg hatte. Doch ein Fehlpass von Seiffert, die ausgerutscht war, spielte den Fränkinnen in die Karten und dann war der Schlusspunkt ausgerechnet Wohlbold vorbehalten, die in der kommenden Saison für Blomberg auflaufen wird. Der erste Teil eines vorgezogenen Abschiedsgeschenkes, der zweite könnte morgen mit dem Triumph im Finale folgen. Dafür haben sich nochmals zahlreiche Fans aus Nürnberg angekündigt, um ihre Truppe zum insgesamt dritten Pokalsieg zu schreien.

Torschützen:

Rösler (9/1), Wohlbold (7), Engel (6/1), Walzik (4), Rohde (2), Beck (1) - Neukamp (9/7), Mißling (6), Krüger, Seiffert (je 4), Ilves (3), K. Dorna (2)

Siebenmeter: 2/3 - 7/8

Zeitstrafen: 3 - 3

Mittwoch, 1. April 2009

Exklusiv: Müller-Duo kehrt zurück

Der Handballerinas-Blog kann heute exklusiv vermelden, dass die Müller-Brüder Herbert und Helfried nach nur einem Jahr beim rumänischen Spitzenverein Rulmentul Brasov zum 1. FCN Handball zurückkehren! Das Duo verpflichtete sich für zwei Spielzeiten und hat, auch wenn der Kader noch nicht offiziell bekannt gegeben werden darf, klar und deutlich das Ziel Meisterschaft und Pokalsieg ausgegeben. Damit ist zumindest die Trainerfrage beantwortet. Auch was die Sponsorensuche angeht steht man vor dem Abschluss mit einem großen Investor. Es soll sich dabei um eine weltbekannte Restaurantkette handeln, mehr ist zu diesem Zeitpunkt noch nicht bekannt.